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VCD: Neue Buslinien bei Iphofen bleiben hinter Mobilitätskonzept zurück

Landkreis Kitzingen: Seit Juli gilt im Raum Iphofen ein neues Buskonzept. Die bisherige Linie 307 wurde neu geordnet und in die Linien 307, 319, 322 und 323 aufgeteilt. Die Kreisgruppe Kitzingen des Verkehrsclub Deutschland (VCD) erkennt an, dass bei den Fahrplänen auf Taktung und Anschlüsse geachtet wurde. Gleichzeitig kritisiert der VCD, dass die neue Struktur deutlich vom Mobilitätskonzept des Landkreises aus dem Jahr 2024 abweicht. „Das Mobilitätskonzept ist eine gute Grundlage für besseren Nahverkehr im Landkreis. Bei den neuen Linien rund um Iphofen wurde diese Chance nur teilweise genutzt, obwohl eine Umsetzung näher am Konzept ohne zusätzlichen Aufwand möglich gewesen wäre“, so Niklas Keilholz vom VCD.

Aus Sicht des VCD führt die neue Linienaufteilung im Bereich Iphofen zu einem Netz, das weniger gut zu den tatsächlichen Nachfragebeziehungen passt als die im Konzept vorgeschlagene Lösung. Beispielsweise vermisst der VCD Direktverbindungen zwischen Markt-Einersheim und Kitzingen. Solche Durchbindungen seien nötig, um einen zum Pkw konkurrenzfähigen Komfort zu erreichen. Hinzu kommt, dass in Iphofen, Mainbernheim und Markt Einersheim zusätzliche Haltestellen aus dem Mobilitätskonzept bislang noch nicht umgesetzt wurden. Für deren Bau sind zwar die Gemeinden zuständig, die Wirkung auf den Busverkehr ist aber erheblich: Wenn Linien an wichtigen Wohngebieten, Arbeitsplätzen oder Einrichtungen vorbeifahren, bleiben Fahrgastpotenziale ungenutzt. „Guter ÖPNV braucht nicht nur neue Liniennummern, sondern kurze Wege zur Haltestelle und Verbindungen, die den Alltag der Menschen abbilden“, erklärt VCD-Vorstandsmitglied Julian Glienke.

Mit Blick auf die laufende Ausschreibung des Linienbündels 5 warnt der VCD davor, die gleichen Fehler zu wiederholen. Der Landkreis sollte die Ausschreibungsunterlagen nochmals eng mit dem Mobilitätskonzept abgleichen und gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden klären, wo neue Haltestellen geschaffen werden können. Gerade bei langfristigen Verkehrsverträgen entscheidet sich jetzt, ob der Bus im Landkreis Kitzingen zu einer echten Alternative zum Auto wird oder weiter an vielen Menschen vorbeifährt.

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Foto: by VCD Deutschland e.V.