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Veitshöchheim – ein wichtiger Standort für die Bundeswehr in der „Zeitenwende“

Informationsbesuch der Abgeordneten Schmid und Halbleib – Gespräche mit Kommandeur 10. Panzerdivision Generalmajor von Butler und Standortältesten Brigadegeneral Podzus

VEITSHÖCHHEIM; Was passiert in der Balthasar-Neumann-Kaserne in Veitshöchheim im Jahre drei der „Zeitenwende“? Welche aktuellen Herausforderungen gibt es an dem Traditionsstandort? Wie bereitet sich die Bundeswehr in Mainfranken auf die veränderten sicherheitspolitischen Anforderungen vor? Diese Themen standen im Mittelpunkt eines Informationsbesuchs des örtlichen SPD Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib und seines Bundestagskollegen und Mitglied im Verteidigungsausschuss Christoph Schmid. Die beiden Politiker wurden vom Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Ruprecht von Butler, sowie dem Standortältesten und Kommandeur der Divisionstruppen, Brigadegeneral Michael Podzus empfangen.

In Veitshöchheim sind verschiedene Dienststellen der Bundeswehr stationiert. Neben dem bekannten Heeresmusikkorps und dem Fernmeldebataillon 10, ist unter anderem auch der Stab der 10. Panzerdivision hier beheimatet.  Die 10. Panzerdivision ist eine der drei Divisionen des Deutschen Heeres. Ihre Verbände sind derzeit an 27 Standorten im ganzen Bundesgebiet sowie in den Niederlanden und in Frankreich stationiert. Im Zuge der Refokussierung der Bundeswehr auf Landes- und Bündnisverteidigung befindet sich auch die 10. Panzerdivision in einem Umstrukturierungsprozess, um sich zielgerichteter auf die neuen Anforderungen auszurichten. Dies schließe einen gewissen Nachholbedarf bei Anpassungen der Kasernen-Infrastruktur mit ein. Auch in Veitshöchheim habe man in den letzten Jahren etwa 90 Millionen Euro investiert, weitere Baumaßnahmen unter anderem im Bereich Wirtschafts- und Stabsgebäude stünden an.  Als eine der größten Neuerung in der Bundeswehr schildert von Butler aber den Aufbau einer Brigade in Litauen, die geplant die 10. Panzerdivision bei ihrem Auftrag als „Division 25“ ergänzen wird.

Aus Sicht der Attraktivität ist der Standort Veitshöchheim wegen der zentralen Lage und der guten Anbindung an Autobahn- und Eisenbahnnetze sehr wichtig, eine gute Wahl für Pendler. Zudem ist auch Nachwuchsgewinnung hier leichter als in Randregionen Deutschlands. Darüber hinaus lassen sich die teilweise frisch gebauten Unterkünfte auch als ein Pluspunkt für den Standort bewerten. Einzelzimmer mit eigenem Bad „bieten quasi Hotelstandard.“ Das sehe an anderen Standorten anders aus. Als herausfordernd sehen von Butler und Podzus die ausreichende Rekrutierung von Reservisten. Diese werden in Veitshöchheim vor allem für das Unterstützungsbataillon Einsatz 10 gebraucht – ein Sicherungsbataillon, das ausschließlich aus Reservisten besteht. Hier sei die Soll- Stärke noch nicht erreicht, dies betrifft auch das Ausstattungs-Soll von Material.

Angesprochen wurden von den beiden Abgeordneten auch die Herausforderungen in der Truppe selbst. Dazu gehört unter anderem der Rechtsextremismus, hier gibt es, so von Butler, einige wenige Fälle, die jedoch konsequent verfolgt werden, aber auch sexuelle Übergriffe und
Betäubungsmittelmissbrauch außerhalb der Kaserne sind ein Thema. Hier sei die Bundeswehr jedoch deutlich strenger und konsequenter als der durchschnittliche zivile Arbeitgeber. „Probleme jeder Art, die hier selbstverständlich auch existieren, werden nicht totgeschwiegen, sondern nach meinem Eindruck vorbildlich aufgearbeitet“, so Schmids Einschätzung zu der Thematik.

Schmid und Halbleib sind sich nach dem Besuch der Kaserne um deren große Bedeutung für die Bundeswehr bewusst. „Der Standort ist als Stabssitz der 10. Panzerdivision strategisch wichtig und entwickelt sich, auch im Rahmen der Division 2025, gerade sogar noch weiter. Damit wird die Bundeswehr ein wichtiger Arbeitgeber bleiben!“, so die Einschätzung von Halbleib.

V l.: Volkmar Halbleib, Christoph Schmid, Brigadegeneral Michael Podzus Foto: by Volkmar Halbleib / BW Veitshöchheim