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Würzburg will Stiftungshochburg bleiben

Bedeutung der Stiftungen für die Stadt Würzburg soll sichtbarer werden

Würzburg: Gemessen an der Einwohnerzahl ist Würzburg die Großstadt mit den zweitmeisten Stiftungen in ganz Deutschland. Aktuell sind es insgesamt 143, von denen die allermeisten gemeinnützig sind. Damit Würzburg Stiftungshochburg bleibt und um deren Bedeutung für die Stadtgesellschaft sichtbarer zu machen, haben sich Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Sozialreferentin Hülya Düber mit dem Initiativkreis Würzburger Stiftungen getroffen und erste Maßnahmen vereinbart. „Stiftungen haben in Würzburg eine lange Tradition und übernehmen wichtige Aufgaben in nahezu allen Bereichen unserer Stadtgesellschaft, egal ob im sozialen Bereich, der Kunst und Kultur, dem Sport oder der Wissenschaft“, sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei einem Treffen mit dem Initiativkreis Würzburger Stiftungen im Bürgerspital. Zusammen mit Sozialreferentin Hülya Düber tauschte er sich rund zwei Stunden mit Vertreterinnen und Vertretern der Blindeninstitutsstiftung, der Stiftung Bürgerspital zum Hl.Geist, der Dirk Nowitzki-Stiftung sowie der Stiftungen Juliusspital Würzburg und SOS Familie aus.

Wunsch nach mehr Unterstützung und Wertschätzung
Auch Hülya Düber, als Sozialreferentin für das Stiftungswesen der Stadt mitverantwortlich, drückte ihre Wertschätzung für das gemeinnützige Engagement der Stiftungen aus. In vielen Bereichen wie zum Beispiel der Sozialarbeit, der Gesundheitsversorgung und der Pflege arbeite die Stadt sehr eng und schon lange mit ihnen zusammen. Sie berichtete allerdings auch, dass sie immer weniger Anfragen erhält von Bürgerinnen und Bürgern, die eine eigene Stiftung gründen oder eine bestehende finanziell unterstützen möchten. „Was die zum Teil ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Würzburger Stiftungenjeden Tag leisten, sollte noch stärker ins Licht der Öffentlichkeit rücken“, so Düber.

„Wenn wir in der Fußgängerzone eine Umfrage machen würden, wüssten wahrscheinlich die wenigsten, dass Würzburg so viele Stiftungen hat und was sie machen“, mutmaßte Generaloberin der RitaschwesternSr. Rita-Maria Käß. „Man kann nicht oft genugwiederholen, welche Aufgaben wir Stiftungen für die Stadtgesellschaft übernehmen“, ergänzte Walter Herberth, Oberpflegamtsdirektor der Stiftung Juliusspital Würzburg. „Viele Kolleginnen und Kollegen wünschen sich aber auch mehr Wertschätzung für ihre engagierte Arbeit“.

Online-Portal und Netzwerktreffen für Würzburger Stiftungen
Als oberster Repräsentant der Stadt könne er nur immer wieder seinen Dank für die engagierten Bürgerinnen und Bürger zum Ausdruck bringen, antwortete Oberbürgermeister Schuchardt. Vielleicht brauche es aber auch neue Ideen, wie Wertschätzung besser erfahrbar gemacht werden kann. Um die Sichtbarkeit der Stiftungen zu erhöhen, schlug er erste konkrete Maßnahmen vor: Geplant ist unter anderem eine eigene Webseite einzurichten, die über die vielfältige Stiftungslandschaft der Stadt informiert. Die Stiftungen sollen die Möglichkeit erhalten, sich dort vorzustellen. Zudem will die Stadt zukünftig zu regelmäßigen Netzwerktreffen einladen und so den Rahmen für fachlichen aber auch kollegialen Austausch für alle Würzburger Stiftungen zu bieten – vom großen Sozialkonzern bis hin zur einzelnen Gründerin.

„Über die gemeinsamen Aktionen zum jährlich am 1. Oktober bundesweit ausgerufenen Tag der Stiftungen sind wir Stiftungen im Initiativkreis eng vernetzt“, begrüßte Renate Schüßlbauer von der Dirk Nowitzki-Stiftung den Vorschlag: „Wenn wir mit Unterstützung der Stadt dieses Netzwerk weiter ausbauen können, stärkt das auch den ‚Stiftungsgeist‘ vor Ort“.Von einer Win-win-Situation sprach auch Johannes Spielmann, Vorstand der Blindeninstitutsstiftung, und regte an: „Würzburg wirbt für sich als Hochschulstandort, als Wirtschaftszentrum und Touristenstadt – warum nicht auch als Stiftungshochburg?“

Online-Kampagne zum Tag der Stiftungen

Als Auftakt für das gemeinsame Engagement verständigte man sich zunächst auf eine gemeinsame Online-Kampagne zum Tag der Stiftungen: Am 1. Oktober und in der darauffolgenden Woche werden der Initiativkreis Würzburger Stiftungen und die Stadt in den sozialen Medien und auf ihren Webseiten Zahlen und Fakten rund um die Stiftungslandschaft veröffentlichen.

Annette Noffz,Leitende Direktorin der Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist, blickte zum Abschluss des Gesprächs schon einmal etwas weiter in die Zukunft. Anlässlich des zehnten Tags der Stiftungen im kommenden Jahr plane der Initiativkreis schon jetzt eine große Veranstaltung unter dem Titel „Würzburger Stiftungen schreiben Geschichte“. „Manche Würzburger Stiftungen haben wie wir eine lange Historie, andere Stifter wie Dirk Nowitzki schreiben ganz aktuell Geschichte – mit der Jubiläumsveranstaltung 2023 wollen wir sowohl zurück als auch in die Zukunft blicken“, so Noffz weiter. Alle Beteiligten waren sich einig, dass dies eine gute Gelegenheit sei, das gemeinsame Engagement zwischen Stiftungen und Stadt Würzburg weiter fortzuführen.

 

 

Trafen sich im Turmkeller der Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist (von links): Walter Herberth, Oberpflegamtsdirektor der Stiftung Juliusspital Würzburg; Sr. Rita-Maria Käß, Generaloberin der Ritaschwestern; Renate Schüßlbauer, Stiftungsmanagement Dirk Nowitzki-Stiftung; Annette Noffz, Leitende Direktorin der Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist; Christian Schuchardt, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg; Hülya Düber, Sozialreferentin der Stadt Würzburg; Johannes Spielmann, Vorstand der Blindeninstitutsstiftung Foto: by Thomas Kandert, Blindeninstitutsstiftung