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1:2 in Saarbrücken: Kickers bleibt das Pech treu

Saarbrücken - Würzburg: Nach einer guten ersten Halbzeit unterlag der FWK dem 1. FC Saarbrücken, der in der zweiten Hälfte den Druck stark erhöhte, mit 2:1 (0:1). Die Führung der Kickers durch André Becker, der in seinem dritten Einsatz seinen zweiten Treffer erzielte (2.), konterten Manuel Zeitz (68.) und Sebastian Jacob (81.) spät. 

Auf drei Positionen verändert schickte FWK-Cheftrainer Danny Schwarz seine Elf auf den Rasen des Ludwigpark-Stadion. Anstelle von Leon Schneider, Robert Herrmann und Dominik Meisel standen Dennis Waidner, Fanol Perdedaj und Maximilian Breunig in der Startformation.

Kickers mit dem Traumstart

Und die Kickers legten den Traumstart hin! Direkt mit dem ersten Angriff gelang die Führung für die Gäste. Marvin Stefaniak steckte durch auf den hinterlaufenden Peter Kurzweg, der mit seiner Hereingabe den dritten Neuzugang Becker fand. Dieser köpfte aus fünf Metern ein - das 1:0 nach handgestoppten 86 Sekunden!

Die Gastgeber waren danach um Kontrolle bemüht und kamen zum ersten eigenen Abschluss. Eine Flanke von Julian Günther-Schmidt legte FCS-Mittelstürmer Jacob auf Ex-Kickers-Akteur Dave Gnaase, der aber aus zwölf Metern den Abschluss deutlich über das Tor setzte (8.), ab. Trotzdem suchten die Würzburger immer wieder den Weg nach vorne. Pepics Alleingang stoppte Müller nur mit einem Foul. Den anschließenden Freistoß Stefaniaks köpfte Maximilian Breunig per Aufsetzer Richtung Tor. Der gute Versuch wurde jedoch noch abgefälscht (12.). 

Und die Kickers blieben bissig. Nachdem Fanol Perdedaj den Ball im Mittelfeld erkämpfte, schickte er David Kopacz auf die Reise. Dieser setzte sich im Dribbling gegen zwei Verteidiger durch, wurde jedoch im letzten Moment noch geblockt (13.). Als Folge des giftigen und mutigen Pressings der Gäste entwickelten sich viele Fehler auf der Seite der Hausherren. Doch auch Breunig verfehlte aus der Distanz mit seinem Abschluss das Ziel (17.). Die Kickers versuchten aber weiterhin schnell und zielstrebig nach vorne zu spielen.

Saarbrücken wird druckvoller

Die Hausherren kamen durch eine Standardsituation zur nächsten Chance. Nach einem Foul Hägeles 20 Meter vor dem Tor wurde Hendrik Bonmann das erste Mal auf die Probe gestellt. Doch er entschärfte den Versuch souverän (20.). Saarbrücken war jetzt um Spielkontrolle bemüht, war jedoch immer wieder den kämpferisch auftretenden Würzburgern ausgesetzt und taten sich schwer im Spiel nach vorne. Wenn sie den Weg in die Spitze fanden, wurde es vor allem über den aktiven Günther-Schmidt gefährlich. Doch seine Flanke geriet etwas zu lang für Minos Gouras (29.).

Nach einer intensiven ersten halben Stunde zogen die Kickers sich etwas zurück. Saarbrücken versuchte viel und vor allem über die Flügel in die gefährliche Zone zu kommen. Doch außer zwei Abschlüssen Jänickes, die jedem NFL-Kicker das Herz aufgehen lassen, gelang den Gastgebern recht wenig.

Auf der anderen Seite kombinierten sich die Kickers vom eigenen Abstoß bis nach vorne. Doch Becker konnte die gute Kombination nicht krönen (39.). Kurz darauf müsste auch FCS-Torwart Batz sein ganzes Können zeigen! Einen Konter schloß Mirnes Pepic ab, doch der Keeper war zur Stelle (40.). Und so fand eine kurzweilige erste Halbzeit ihr Ende. 

Keine Wechsel zur Halbzeit

Ohne Wechsel auf beiden Seiten startete die zweite Halbzeit. Die erste offensive Duftmarke setzten die Gastgeber, doch die FWK-Abwehr bedrängte Jacob rechtzeitig und klärte die Aktion (48.).  Die Saarländer versuchten es jetzt mit hohem Pressing. Die sich daraus bietenden Räume ergaben die erste Möglichkeit des FWK in Halbzeit zwei. Doch Kopacz, der den Ball selbst gut eroberte, agierte zu hektisch im Abschluss (51.). 

Kurz darauf stoppte Krätschmer den anstürmenden Maximilian Breunig nur durch ein Foul und sah die fünfte gelbe Karte. Den fälligen Freistoß brachte Stefaniak zwar gut in die Mitte, Kraulich kam jedoch nicht richtig an den Ball (53.).

Die 1.000 anwesenden Zuschauer sahen weiterhin eine muntere Partie. Den nächsten gefährlichen Abschluss hatten wieder die Hausherren. Winter-Neuzugang Jalen Hawkins zog aus knapp 13 Metern ab, den flachen Abschluss entschärfte Bonmann aber sicher (61.). Der Ex-Augsburger Günther-Schmidt hatte kurz darauf den nächsten Abschluss, sein Kopfball war aber viel zu unplatziert und segelte neben den Kasten (64.).  

Die Kickers bemühten sich nun um Kontrolle, zogen sich zurück und lauerten auf Konter. Doch die immer stärker werdenden Saarbrückener belohnten sich nach einem Eckball. Manuel Zeitz setzte sich grenzwertig, aber doch regelkonform gegen Stefaniak und Becker durch und bugsierte den Ball mit der Schulter über die Linie - 1:1-Ausgleich (68.). 

Durch den Ausgleich angetrieben, suchten die Kickers den Weg nach vorne. Kurzweg legte den Ball von der Grundlinie ab, Breunig Schuss strich am langen Pfosten vorbei (73.) - Riesenchance für die Kickers! Kurz darauf der nächste Abschluss der Roten. Doch Fanol Perdedajs Versuch aus rund 20 Metern war zu unplatziert (75.). 

Wilder Schlagabtausch in der Schlussphase

Zum Einstieg in die Schlussviertelstunde der erste Wechsel bei den Kickers. Torschütze Becker machte Platz für Moritz Heinrich (75.). Dieser wurde kurz danach auch direkt von Kraulich auf die Reise geschickt, war dann aber einen Schritt langsamer als der herausstürmende Batz (78.). Auf der anderen Seite versuchte der auffällige Jänicke das Spiel an sich zu reißen und die Defensive immer wieder vor Probleme zu stellen. Doch er fand in Hägele (80.) seinen Meister.

Doch dann der Schock für die Kickers: Einen eigenen ungefährlichen langen Ball wollte FWK-Keeper Bonmann klären, schlug aber neben den Ball! Saarbrücken-Stürmer Jacob nahm das Geschenk dankend an und brachte die Hausherren in Führung (81.). Bitter für die Mainfranken!

Kurz darauf gab es für Saarbrücken noch die Chance zum 3:1, doch Steinkötter scheiterte am glänzend reagierenden Bonmann (87.). Die Kickers steckten nicht auf. Die vielen langen Bälle gerieten aber allesamt zu unpräzise. Aus einem dieser Flanken entwickelte sich ein letzter Konter der Gastgeber, den Peter Kurzweg unbedingt unterbinden wollte. Im Zweikampf traf er aber den anstürmenden Hawkins am Fuß. Schiedsrichter Kessel entschied auf Foul und Notbremse und zog die Rote Karte (90.+2)! Der Linksverteidiger ist somit also mindestens beim kommenden Spiel gegen den MSV Duisburg gesperrt.

Für die Kickers geht es am kommenden Samstag um 14:00 Uhr in der heimischen FLYERALARM-Arena gegen den MSV Duisburg weiter. Der FCS ist am Sonntag um 13:00 Uhr beim SV Wehen Wiesbaden gefordert.

Stimmen zum Spiel

Danny Schwarz (Cheftrainer FC Würzburger Kickers): Herzlichen Glückwunsch an Saarbrücken. Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht gegen einen starken Gegner. Wir sind super reingekommen und erzielen ein top herausgespieltes Tor. Wir waren stets präsent, haben aber unsere Möglichkeiten nicht konsequent zu Ende gespielt. Nach dem Seitenwechsel waren wir passiver, der Ausgleich lag aber nicht in der Luft. Vielmehr eigentlich das 2:0, aber wir spielen die Konter nicht sauber zu Ende. Den Standard zum 1:1 verteidigen wir nicht gut und holen Saarbrücken ins Spiel zurück. Wir waren weiter aggressiv und präsent und haben die Gelegenheit zum 2:1. Die Jungs haben alles rausgefeuert. Ein Platzfehler führt zum 1:2 und dann kassiert Peter noch die Rote Karte. Jetzt müssen wir diese Nackenschläge wegstecken. Wir werden wieder aufstehen und weitermachen!

Uwe Koschinat (Cheftrainer 1. FC Saarbrücken): Wir gewinnen das Spiel, weil wir oben stehen, und Würzburg verliert es, weil sie hinten stehen. Wir hatten viele Umstellungen und das hat man gemerkt. Unsere gewohnte Spielart ist uns unheimlich schwer gefallen. Der Abnehmer hat uns gefehlt. Wenn die Boxbesetzung gepasst hat, waren wir zu ungenau. Die Kickers hatten zwei groß gewachsene Spieler, die von uns schwer zu verteidigen waren. Deshalb sind wir sehr früh in Rückstand geraten. Danach war es schwer, die Balance zu finden. Nach der Pause konnten wir uns in der gegnerischen Hälfte festsetzen und hatten die Kickers-Offensivreihe im Griff. Manuel Zeitz war heute spielentscheidend, nicht nur wegen des Ausgleichs, der das Publikum auf unsere Seite gezogen hat. Danach wollte die Mannschaft das Spiel gewinnen. Die Einstellung meiner Jungs hat mir imponiert. Der Sieg war glücklich, aber sehr wichtig für uns.

Aufstellung:

Saarbrücken: Batz - Boeder, Zellner, Krätschmer, Müller (55., Hawkins) - Gnaase (55., Uaferro), Zeitz - Günther-Schmidt (88., Groiß), Jänicke (88., Thoelke), Gouras (74., Steinkötter) - Jacob.

Würzburg: Bonmann - Kurzweg, Kraulich, Hägele, Waidner (86., Hoffmann) - Perdedaj, Pepic (86., Adigo) - Stefaniak, M. Breunig, Kopacz - Becker (77., Heinrich).

Tore: 0:1 Becker (2.), 1:1 Zeitz (68.)., 2:1 Jacob (81.).

Gelbe Karten: Müller (11.), Krätschmer (53.).

Rote Karte: Kurzweg (90.+2).

Schiedsrichter: Kessel (Norheim).

Zuschauer: 1.000.

Foto: by FWK