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Der Beppi in Überzahl

30.10.2010

Schweinfurt - Erst rund 45 Minuten vor Spielbeginn trafen die Indians aufgrund von Staus auf der Autobahn ein. Nicht die beste Vorbereitung also auf eine Partie, die nach dem ersten Drittel auf einen klaren Sieg der Mighty Dogs hindeutete. Doch die machten es unnötig spannend beim dritten Dreier in Serie.


Die Gäste aus Memmingen gaben anfangs gewaltig den Ton an, wussten auch auf Jens Feuerweils etwas überraschendes 1:0 durch Rosenheim-Neuzugang Ron Newhook die richtige Antwort. Doch der Doppelschlag durch Stephan Troldas Einzelaktion und Feuerfeils zweitem Streich mit zwei Mann mehr auf dem Eis stellten auf ein 3:1 zur ersten Pause. Zunehmend überlegene Schweinfurter hätten sogar noch höher führen können.

Ähnlich ging´s auch weiter, selbst wenn Derek Switzer zwischenzeitlich auf 3:2 verkürzte. Bei insgesamt 42 Strafminuten für die Gäste hatten die Hunde oft viel Platz auf dem Eis, machten daraus aber nichts bis wenig. Um Martin Jainzs Ausgleich in Unterzahl zu registrieren. Was mit enormen Protest von den Rängen verbunden war. Nachdem zuvor schon Martin Dürr und Simon Knaup nach Attacken der Memminger verletzt wurden (aber jeweils weiter spielen konnten), soll das 3:3 regelwidrig gefallen sein - durch ein Loch im Netz könnte der Puck ins Gehäuse gerutscht sein. Der Hauptschiedsrichter sah das anders, ließ aber immerhin vor dem Weiterspielen da tatsächlich existierende Loch verschließen.

Größere Diskussionen ersparte schließlich Beppi Eckmair den Unparteiischen. Mit seinem schnellen 4:3 in Überzahl der Schweinfurter, die danach weitere Großchancen besaßen; erst recht in der Schlussphase, als die Memminger ihren Goalie vom Eis nahmen. Es blieb beim knappen Sieg, der einen Wermutstropfen mit sich brachte, vielleicht sogar ein Bächlein an Sorgen für die Dogs. Denn deren ohnehin dünne Defensive muss die nächsten Wochen ohne Andi Kleider auskommen. Der 29-Jährige holte gerade zum Schlagschuss aus, als er regelkonform von einem Memminger gecheckt wurde. "Da trafen Kräfte aufeinander. Aber es war kein Foul", kommentierte Trainer Steffen Reiser die Szene, die zum Schlüsselbeinbruch des Verteidigers führte.

"Solange nichts passiert, haben wir hinten keine Probleme. Das haben wir immer so gesagt", weiß Reiser, dass diese Probleme nun vorhanden sind, womöglich bis Jahresende. Erst zum 1.12. kann ein Zugang verpflichtet werden, bis dahin soll wohl Pascal Schäfer keine Zusatzbelastung bei den Junioren eingehen und gilt Martin Dürr als Mann für die Abwehr, den dann Georg Lang oder Jens Freund im Sturm ersetzen sollten.

Auch wenn der Schweinfurter Fan an sich lieber einen 8:1-Sieg sieht, so war das Match ingesamt doch eine gute Werbung. "Und es wurde auch durch die Schiedsrichter interessant gemacht", meinte Reiser nicht nur das "Phantomtor" zum 3:3, sondern auch "das ständige Rumgeeiere bei Bullys". Die Unparteiischen schickten immer wieder Spieler weg und verzögerten so die Partie. "Wenn Schiedsrichter von den Zuschauern ausgepfiffen werden, dann ist alles im grünen Bereich", so Schweinfurts Trainer. "Aber wenn sie ausgelacht werden, dann sollten sie sich Gedanken machen."

Eishockey-Bayernliga: Schweinfurt Mighty Dogs - ECDC Memmingen Indians 4:3 (3:1, 0:2, 1:0)
Tore: 1:0 (06.) Feuerfeil, 1:1 (09.) Newhook (Kerber, Jorde), 2:1 (10.) Trolda (Martindale, Koch), 3:1 (12.) Feuerfeil (Juhasz, Eckmair - 5:3), 3:2 (21.) Switzer (Börner, Neumann), 3:3 (35.) Jainz (Rott, Switzer - 4:5), 4:3 (44.) Eckmair (Nemirovsky, Juhasz - 5:4); Strafminuten: Schweinfurt 8, Memmingen 22 + 10 Schmelcher + 10 Jorde; Zuschauer: 1004.