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Ohne Investitionen wird der Icedome wohl schließen müssen

17.02.2011

Schweinfurt - Neues oder gar Entscheidendes war auch nicht zu erwarten. Im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Schweinfurt stand schließlich nur eine weitere öffentliche Information für die betreffenden Stadträte an - angeregt von Karl-Heinz Knöchel von der Fraktion proschweinfurt. Er wollte wissen, wie hoch die jährlichen Betriebskosten sein werden, wenn die Stadt die Eishalle, den Icedome also, künftig selbst betreibt. Der ERV Schweinfurt würde seine vereinseigene Halle zwar an sich gerne weiter selbst betreiben. Doch muss bekanntlich eine Be- und Entlüftungsanlage für rund eine halbe Million istalliert werden, um das hölzerne Dachgebälk künftig von Feuchtigkeiten fern zu halten. Dem ERV fehlt dieses Geld, weshalb die Stadt eingreifen muss - oder es ist vorbei mit der Eislauferei und dem Sport im Icedome, inklusive Eishockey.


Das Sportamt hat hochgerechnet: Die rund 95.000 Euro an Einnahmen jährlich, die der Verein für 2011 kalkuliert, darunter knapp 45.000 Euro alleine an Eintrittsgelder für den Publikumslauf, würde die Stadt bei einem Eigenbetrieb auf genau 107.115 Euro steigern wollen. In erster Linie aufgrund von angesetzter 25.000 Euro Miete, die die Mighty Dogs zu zahlen hätte. Laut Verein gibt die erste Eishockeymannschaft derzeit 10.000 Euro aus, um in der Eishalle trainieren und spielen zu dürfen. Die Ausgaben würde die Stadt von knapp 310.000 Euro auf rund 291.000 Euro verringern wollen. Das hauptsächlich durch 14.000 Euro weniger an Personalaufwand. Bleiben trotzdem rund 185.000 Euro an Fehlbetrag - pro Jahr.

Das Sportamt der Stadt Schweinfurt hat sich umgehört: Zwischen 150.000 Euro und 550.000 Euro belaufen sich die Defizite in anderen Städten, die eine Eishalle betreiben. 185.000 Euro würden da nicht aus dem Rahmen fallen. Bislang schießt die Stadt 168.000 Euro pro Jahr dem Verein zu. 142.000 Euro sollten es 2011 sein. Der ERV indes hatte der Stadt einen neuen Vorschlag unterbreitet - mit einer Erhöhung des jährlichen Betriebskostenzuschusses und der Übernahme der Kosten für die Luftanlage. Zugleich betonte der Verein, dass er gerne im Falle einer Übernahme der Stadt dennoch langfristig kostenlos die Eishalle nutzen möchte.

Selbst wenn die Stadt aber die Herstellungskosten der Belüftungsanlage fördern würde, müsste der ERV auf alle Fälle rund 160.000 Euro selbst bezahlen. Auch das aber ist dem Verein eindeutig zu viel Geld. Und so ist man bislang noch immer keinen Schritt weitergekommen. Klar scheint, dass der "Dach-TÜV" wohl keine weitere Eiszeit mehr in der Halle zulässt, wenn die Dachproblematik nicht in den Griff zu bekommen ist. Die Landesgewerbeaufsicht erteilte an sich nur eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung, wenn Verein oder Stadt die Einrichtung einer Anlage für den Austausch von Luft nun in Angriff nehmen. Ohne Investitionen gibt es also ab Herbst 2011 wohl keinen Eissport mehr in Schweinfurt.


Von: Michael Horling