Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Klaus Scheer ist ein Glücksfall für den FC 05

30.10.2010

Schweinfurt - Es könnte doch alles so schön sein. Fünf Mal tritt der FC 05 (14. Platz, 18 Punkte) heuer noch an, vier Mal im eigenen Stadion und auswärts im nahen Großbardorf. Fanmassen könnten die Schnüdel anfeuern - die aber haben vor dem Heimspiel gegen den einstigen Tabellenführer aus Seligenporten (8., 26) um seinen sieben Tore-Mann Christian Pollinger aus den letzten fünf sieglosen Partien gerade noch zwei Zähler geholt und weisen gerade noch drei mehr auf als Buchbach auf dem Relegationsplatz.


Auch nur drei Punkte aus den letzten fünf Spielen sorgten für Seligenportens parallele Talfahrt. Not trifft also auf Elend, wenn man die jüngsten Partien betrachtet. "Mit der Situation des Gegners brauchen wir uns aber gar nicht zu beschäftigen. Wir müssen unsere eigene Leistung abrufen", denkt FC 05-Sportdirektor Kurt Vollmuth nur an die Schnüdel, die mit einem wohl unveränderten Kader die Misere beenden wollen, ja müssen. Sonst droht eine Woche später zum Rückrundenstart gegen Hof vielleicht sogar ein Kampf um die Rote Laterne. "Na klar sind zwei Punkte zuletzt zu wenig, wenn man unsere Qualität im Kader anschaut. Aber auch, wenn man sieht, auf welche Art und Weise wir Punkte verschenkt haben", klagt Vollmuth.

Fünf Partien sind´s bis zur Winterpause noch, nur eine findet auswärts statt. "Eine Punktvorgabe bis Weihnachten gibt es nicht. Aber es ist doch klar, dass wir noch das eine oder andere Spiel gewinnen wollen", sagt Vollmuth damit nichts Unerwartetes und will gar nicht groß lamentieren, dass ausgerechnet jetzt serienweise Heimspiele anstehen, wo die Schnüdel im Tal stecken und der Herbst ungemütlich wird. "Auch das können wir nicht ändern. Wir müssen es nehmen, wie es kommt und so spielen, dass uns und den Zuschauern warm wird", fordert der Sportdirektor.

Wie man mit einem Argument gegen sicherlich nicht sonderlich namhafte Seligenportener die Schweinfurter Zuschauer zu einem Besuch am Samstag ermuntern will? "Es ist ein enorm wichtiges Spiel, das sicherlich fürs Publikum weitaus spannender wird, als wenn wir als Zehnter gegen den Neunten spielen würden. Wir brauchen die Punkte, der Gegner braucht sie auch, also können die Fans sich auf einen heißen Tanz freuen. Außerdem kommt mit Karsten Wettberg eine absolute Ikone des bayerischen Fußballs, das ist alleine einen Besuch wert", wirbt Vollmuth. Dass mit Ali Yetkin ein zuletzt ordentlich spielender Grün-Weißer auf seinen alten Verein tritt, bringt zudem für den FC-Angreifer eine zusätzliche Brisanz ins Match.

Bei so einer Talfahrt, wie sie die Schnüdel erleben, gerät gewöhnlich auch der Trainer in die Kritik. In Schweinfurt sitzt Klaus Scheer aber weiter fest im Sattel, "weil wir absolutes Vertrauen in ihn und seine Arbeit haben und er klare Vorstellungen hat, wie es hier in den nächsten Jahren weiter geht. Klaus Scheer ist ein Glücksfall für den FC 05, daran ändern Momentaufnahmen nichts", sagt Kurt Vollmuth ganz deutlich. Und was sagen die Spieler? "Wir versuchen irgendwie, die Verunsicherung aus dem Kopf zu trainieren. Jeder Einzelne gibt sich echt Mühe. Ich hoffe natürlich, dass wir dafür auch bald mal wieder belohnt werden", so Sebastian Kneißl. Am besten schon am Samstag.

Fußball-Bayernliga: 1. FC Schweinfurt 05 - SV Seligenporten (Samstag, 15 Uhr)
Schweinfurt (Kader): Andreas Bäuerlein, Andreas Binner - Papi Henriques, Sebastian Kress, Wladimir Slintchenko, Benjamin Demel, Erkan Esen, Alexander Schreckinger, Sebastian Kneißl, Michael Kraus, Sebastian Götz, Florian Hetzel, Eray Cadiroglu, Florian Galuschka, Mihai Damaschin, Timo Pitter, Manuel Schwarm, Pascal Kamolz, Ali Yetkin.
Es fehlen: Wojtek Droszcz, Klaus Grütze, Daniel Mache, Steffen Konrad, Paolo Rizzo, Tolga Toker (alle verletzt).