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Macht der Verband Rollhockey in Schweinfurt kaputt?

11.06.2019

Stellungnahme und Konsequenzen zum Punktabzug am grünen Tisch gegen den ERV Schweinfurt in der 2.Bundesliga.


Der Bundesligamannschaft des ERV Schweinfurt wird vorgeworfen, mit nicht regelkonformer Ausrüstung anzutreten. Der Brustschutz unserer Torhüter würde nicht den Regeln des DRIV entsprechen, deshalb wurde vom Verband am grünen Tisch ein Punktabzug für 2 Spiele (-6 Punkte / -20 Tore) vorgenommen. Zudem wird dem ERV hierbei vom Verband unsportliches Fehlverhalten vorgeworfen. Im Heimspiel am 25.05.2019 des ERV gegen die Blue Lions (Gera/Chemnitz) wurde Protest gegen die Größe des Brustschutzes eingelegt. Vor allem wurde bemängelt, dass der Schutz im Armbereich angeblich nicht regelkonform wäre. Dieses Spiel war bereits das 9te Spiel in der laufenden Bundesliga- Runde. Weder beim bereits im Oktober 2018 ausgetragenen Spiel in Chemnitz noch bei allen anderen Spielen wurde gegen die Ausrüstung unserer Torhüter protestiert.

Die beiden international erfahrenen Schiedsrichter (C. Niestroy / W. Niestroy) haben die Ausrüstung vor Spielbeginn begutachtet und nach Fixierung der Ellenbogenschoner die Ausrüstung für regelkonform befunden. Die Partie wurde daraufhin gestartet und der ERV gewann mit 6:3 Toren. Am Sonntag, den 26.05.2019 trat der ERV beim RHC Böhlitz-Ehrenberg an. Der Schiedsrichter wurde vom Verband beauftragt, die Ausrüstung erneut zu vermessen. Wir haben dies in der Folge verweigert, weil am Tag zuvor die Ausrüstung von den Schiedsrichtern für regelkonform erklärt wurde und Böhlitz-Ehrenberg selbst keinen Protest eingelegt hatte. Das Spiel endete mit 3:7 Toren für den ERV Schweinfurt. Trotzdem wurde diese Partie vom Verband mit 0:10 Toren gegen den ERV gewertet (Schreiben vom 30.05.).

Am 04.06. haben wir dann ein Schreiben erhalten, dass auch die Partie vom 25.05.2019 gegen den ERV Schweinfurt gewertet wird. Hier wird auch aufgeführt, dass der Bericht des Schiedsrichters lückenhaft sei, da die Schiedsrichter keine Aussage zu den tatsächlichen Abmaßen abgegeben hätten.

Unter anderem aus vorgelegten Bildern haben die Verantwortlichen dann beschlossen, dass der verwendete Brustschutz nicht dem Regelwerk entspricht.

Wir können sowohl den Punktabzug als auch den Vorwurf der Unsportlichkeit nicht nachvollziehen. Die Aussagen seitens des Verbandes und die Art und Weise wie man unter anderem die Einschätzungen der Schiedsrichter hinsichtlich regelkonformer Ausrüstung missachtet, ist fragwürdig.

Weiterhin ist es zumindest sehr seltsam, dass der Spielleiter der 2.Bundesliga vom protestierenden Verein in Gera stammt, auch wenn wir hier nicht von einer Einflussnahme auf die Verbandsaussagen ausgehen wollen. Uns ist wohl bewusst, dass die Blue Lions unbedingt den Aufstieg in die 1. Bundesliga anstreben. Diesen hätten sie bereits in den beiden letzten Jahren als Nachrücker realisieren können. Falls sich die Punktekonstellation nach dem Final Four Turnier in diesem Jahr entsprechend ergeben hätte, wäre es auch in diesem Jahr möglich gewesen, als Nachrücker das Ziel erste Liga zu realisieren. Selbstverständlich ist es auf diese Weise etwas einfacher, den „sportlichen“ Aufstieg zu realisieren, da ein 6 Punkte Vorsprung anstatt eines 3 Punkte Rückstand mehr Sicherheit gibt.

 

Weshalb nicht bereits beim Hinspiel im Oktober in Chemnitz, welches die Blue Lions mit 6:3 gewonnen haben, Protest eingelegt wurde, ist uns auch nicht schlüssig. Vielleicht wollte man seinerzeit die Tabellensituation abwarten und erst agieren, wenn es nötig ist.

In Schweinfurt wird bereits seit 1938 Rollhockeysport betrieben, sodass wir auf eine gewisse Tradition über mehrere Generationen hinweg zurückblicken können.

Äußerst erfolgreich haben wir uns in den letzten Jahren in der 2.Bundesliga-Süd und seit 3 Jahren in der bundesweiten 2.Bundesliga 16 Meistertitel in 29 Jahren erspielt.

Auch haben wir in den letzten 13 Jahren mit unserer Ü35 Mannschaft immer an der Deutschen Meisterschaft teilgenommen und diese u.a. im letzten Jahr erfolgreich durchgeführt.

Uns ist unser Hintergrund durch den Eishockey-Sport sehr bewusst, welcher aber auch über alle Jahre die Tradition des Rollhockey-Sports in Schweinfurt erhalten hat.

Immer wieder kommen junge talentierte Spieler unter anderem aus der Eishockey-Sparte in unsere Mannschaften.

Wir sehen diese Verbandsentscheidung als ungerechtfertigt und werden die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen.

An dem angesetzten Final Four Turnier hätten wir sehr gerne teilgenommen, da die Sportfreunde aus Krefeld sicherlich für einen sehr guten Rahmen sorgen werden.

Aufgrund der aus unserer Sicht zweifelhaften Entscheidung zwei Punktspiele komplett gegen uns zu werten und somit eine faire und sportliche Entscheidung auf dem Spielfeld herbeizuführen, werden wir mit sofortiger Wirkung aus dem Spielbetrieb zurücktreten und folglich nicht am Final Four Turnier am nächsten Wochenende (15./16.06.2019) teilnehmen.

Weiterhin werden wir für den Spielbetrieb in der 2.Bundesliga ab dem nächsten Jahr vorerst nicht melden. Auch wenn dies für die betroffenen Spieler und Verantwortlichen, sowie für die gesamte Rollhockey-Tradition in unserem Verein ein schwerer Schritt ist, sind wir überzeugt, dass dies der einzige Weg ist, unseren Protest gegen den Vorwurf der Unsportlichkeit auszudrücken. Weiterhin sind die Kosten für den Spielbetrieb in Form von Pass- und Lizenzgebühren in den letzten Jahren gestiegen. Außerdem wird die Terminierung der Spiele für den ERV zusehends schwieriger, da in den Wintermonaten ein Großteil der Spieler nicht zur Verfügung steht.

Diese Entscheidungen haben wir mit den Vereinsverantworlichen und der gesamten Mannschaft einstimmig getroffen.


Von: S. Thomas/A. Küsters