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POKAL-THRILLER GEHT AN DIE GASTGEBER

30.10.2020

Unglückliche 75:80-Niederlage nach hartem Kampf für s.Oliver Würzburg am Sonntag in Ulm


Die Pokal-Gastgeber benötigten am Ende einen Treffer der Marke "unfassbar", um sich nach einem bis in die letzten Sekunden spannenden Spiel knapp durchzusetzen: s.Oliver Würzburg musste sich am Sonntag nach hartem Kampf gegen ratiopharm ulm mit 75:80 (28:36) geschlagen geben. Ulms Spielmacher Troy Caupain traf knapp fünf Sekunden vor dem Ende aus starker Bedrängnis heraus einen Dreier zum Endstand. Die Schwaben wahrten dadurch die Chance, sich für das TOP FOUR des MagentaSport BBL Pokals zu qualifizieren, während die Unterfranken die Pokal-Gruppe C auf dem vierten Platz abschließen. Bester Punktesammler für s.Oliver Würzburg war Micah Downs (17 Punkte/4 Dreier). Mark Ogden, Cameron Hunt, Tyson Ward und Zach Smith trafen ebenfalls zweistellig.

 

Gut 23 Stunden nach der Niederlage im Frankenderby gegen Brose Bamberg mussten die Schützlinge von Headcoach Denis Wucherer erneut in der ratiopharm Arena antreten, und weil es gegen die Gastgeber des Wochenendes ging, waren dieses Mal auch 600 Zuschauer zugelassen. Während es für s.Oliver Würzburg nur noch darum ging, sich mit einer guten Leistung aus dem Wettbewerb zu verabschieden, brauchte ratiopharm ulm unbedingt einen Sieg, um sich weiter Hoffnungen auf den Einzug in das Pokal-Halbfinale machen zu können. Das Schwabenduell gegen Ludwigsburg hatten sie am Vorabend deutlich mit 92:72 gewonnen.

 

Dass die Gastgeber dadurch noch weniger Zeit zur Regeneration hatten, war ihnen zu Beginn des Spiels nicht anzumerken: Gleich die ersten vier Ulmer Drei-Punkte-Würfe waren erfolgreich, und nach einem frühen 11:2-Lauf lag der EuroCup-Teilnehmer mit 20:9 in vorne (8. Minute). Wie schon in den beiden ersten Pokalspielen ließen sich die Spieler von s.Oliver Würzburg durch den Rückstand aber nicht aus dem Konzept bringen, spielten weiter mit hoher Intensität und kämpften sich bis Mitte des zweiten Abschnitts zurück ins Spiel - Cameron Hunt wurde in der 16. Minute sehr schön freigespielt und traf den Dreier zum 26:24.

 

Mit einer besseren Trefferquote vor allem aus dem Zweierbereich wäre für die Gäste bereits in der ersten Halbzeit mehr drin gewesen. Unter den Brettern agierten die Unterfranken deutlich besser und erfolgreicher als am Tag zuvor gegen Bamberg. Sie kamen dadurch vor der Pause zu zehn Abschlüssen mehr aus dem Feld, trafen aber deutlich schlechter als die Ulmer, die sich vor allem auf ihre Distanzschützen verlassen konnten (6 von 11 / 55 Prozent). Nationalspieler Andreas Obst erzielte die letzten fünf Punkte vor dem Seitenwechsel zur 36:28-Führung des Heimteams.

 

ERST EIN WUNDERWURF VON TROY CAUPAIN BRINGT DIE ENTSCHEIDUNG
Nach der Pause "sind wir relativ gut aus der Kabine gekommen und haben im dritten Viertel mit viel Energie gespielt. Das ist etwas, das wir immer bringen müssen, denn wir haben nicht die Routine und Qualität von Mannschaften wie Ulm" sagte Denis Wucherer nach dem Spiel. Nach vier Freiwurf-Treffern von Tyson Ward und einem Sprungwurf von Tayler Persons waren seine Schützlinge schnell wieder auf 36:34 dran (22. Minute). Mit Unterstützung von vier Würzburger Ballverlusten warf Ulm sich im Anschluss wieder eine zweistellige Führung heraus (46:36), auf die die Gäste aber mit einem 16:5-Lauf reagierten und sich dadurch bis zum Ende des dritten Viertels wieder einen knappen Vorsprung holen konnten (51:52).

 

Auch im Schlussabschnitt ging es weiter hin und her: Zum Start traf Micah Downs einen Dreier zum 51:55. Dann packten auch die Ulmer wieder die Drei-Punkte-Würfe aus, trafen drei davon und lagen in der 35. Minute erneut zweistellig vorne (70:59). Anders als in den beiden Pokalspielen zuvor stemmte sich s.Oliver Würzburg am Sonntag aber auch im vierten Viertel mit aller Macht gegen die Niederlage, allen voran der erfahrenste Spieler: Micah Downs traf drei seiner vier Dreier und erzielte elf seiner 17 Punkte im letzten Viertel. Unterstützung im Angriff erhielt er in der Crunchtime von Florian Koch, Cameron Hunt und Zach Smith, der 75 Sekunden vor Schluss einen Korbleger zum 75:75 traf.

 

"Wir konnten reagieren und uns noch einmal heran kämpfen, als uns das Spiel im letzten Viertel wieder wegzukippen drohte. Dadurch hatten wir dieses Mal die Möglichkeit, bis zum Schluss um den Sieg mitzuspielen, wobei unsere Entscheidungsfindung nach wie vor relativ abenteuerlich ist", so Wucherer. Die schlechten Entscheidungen sorgten dafür, dass die junge Würzburger Mannschaft in der letzten Minute keine gute Wurfchance mehr bekam, so dass Ulm durch einen Korbleger von Aric Holman wieder in Führung gehen konnte. Endgültig eingetütet wurde der Sieg dann durch einen Wunderwurf von Troy Caupain mit 4,6 Sekunden auf der Uhr: Ulms Spielmacher traf den Dreier zum 80:75-Endstand von der linken Seitenlinie im Rückwärtsfallen mit der Hand eines Verteidigers im Gesicht.

 

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL

RATIOPHARM ULM - S.OLIVER WÜRZBURG 80:75 (22:15, 14:13, 15:24, 29:23)

 

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Micah Downs 17 Punkte/4 Dreier (7 Rebounds), Mark Ogden 11/1, Cameron Hunt 11/1, Zach Smith 10, Tyson Ward 10, Florian Koch 7/1, Felix Hoffmann 4, Joshua Obiesie 3, Tayler Persons 2 (5 Assists), Julian Albus.

 

Top-Performer Ulm:
John Petrucelli 19/4 (3 Steals), Aric Holman 17/2 (7 Rebounds/4 Assists), Christoph Philipps 12/1 (3 Steals), Troy Caupain 10/3.

 

Key Stats:

Dreierquote: Würzburg 39 Prozent (7 von 18) - Ulm 50 Prozent (12 von 24)

Feldwurfquote: Würzburg 42 Prozent (26 von 62) - Ulm 56 Prozent (30 von 54)

Offensiv-Rebounds: Würzburg 14 - Ulm 7

Fastbreak-Punkte: Würzburg 19 - Ulm 11

 

Felix Hoffmann, Kapitän von s.Oliver Würzburg:
"Wir haben in allen drei Pokalspielen phasenweise ganz gut gespielt, in anderen Phasen aber leider auch ganz schlecht. Am Ende ist es bitter, dass wir die Spiele verloren haben, obwohl wir wirklich in allen drei eine Chance hatten, sie für uns zu entscheiden."

 

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
"Wir haben gekämpft, Ulm aber auch. Sie hatten seit gestern weniger Zeit sich zu regenerieren und außerdem schon deutlich mehr Spiele in den Knochen. Deswegen haben wir gehofft, auf einem Energielevel spielen zu können, mit dem wir weite Strecken mithalten können. Das ist uns zum Glück auch gelungen. Wir sind wieder relativ gut aus der Kabine gekommen und haben im dritten Viertel mit viel Energie gespielt. Das ist etwas, das wir immer bringen müssen, denn wir haben nicht die Routine und Qualität von Mannschaften wie Ulm. Ich bin auch froh, dass wir reagiert haben und uns noch einmal heran kämpfen konnten, als uns das Spiel im letzten Viertel wieder wegzukippen drohte. Dadurch hatten wir dieses Mal die Möglichkeit, bis zum Schluss um den Sieg mitzuspielen, wobei unsere Entscheidungsfindung nach wie vor relativ abenteuerlich ist. Die letzte Spielminute war ein Sinnbild dafür. Prinzipiell ist es gut, dass wir uns nach wie vor gewehrt haben, heute auch länger als gegen Ludwigsburg und Bamberg. Wir sind in einem Prozess und können hoffentlich in zwei Wochen regelmäßig auf BBL-Niveau agieren."

 

Jaka Lakovic, Headcoach ratiopharm ulm:
"Gratulation an Würzburg dafür, dass sie den Wettbewerb respektiert und hart gekämpft haben, obwohl sie vor dem Spiel schon ausgeschieden waren. Für uns war es das dritte Spiel innerhalb fünf Tagen, außerdem hatten wir seit gestern Abend nur 17 Stunden Zeit zur Regeneration. Deswegen war es heute nicht einfach, weil wir etwas müde und nicht so konzentriert waren. Würzburg hat 19 Punkte aus unseren Ballverlusten und 17 Punkte nach Offensivrebounds gemacht. Aber meine Spieler waren mental stark und haben einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen. Ich denke auch, dass wir verdient gewonnen haben."


Von: PM/PW