Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Drei äußerst glückliche Punkte für die FTS nach einem zähen Ringen

19.03.2011

Schweinfurt - Als "Arbeitssieg" umschrieb Ralf Fritscher, der diesmal den beruflich verhinderten FTS-Coach Ernst Gehling vertrat, das 2:1 der Schweinfurter über Coburg. "So ist Fußball. Wenn man hinten steht, dann hat man halt nicht das Glück", traf DVV-Trainer Stefan Braungardts Analyse ziemlich langeweiliger 90 Minuten an der Maibacher Höhe genauso zu. Die Schweinfurter haben nun 42 Punkte auf dem Konto, doppelt soviele wie die Gäste und somit so früh wie lange nicht mehr den Klasenerhalt in trockenen Tüchern. Für Coburg wird´s wohl schwer mit einem weiteren Jahr Landesliga. Doch die neu formierte Truppe war am Samstagnachmittag keinesfalls die schlechtere.


Mit Frank Hahn, Jannek Schmidt und kurfristig auch Peter Lange für den beim Warmmachen angeschlagenen Thorsten Stöhr kickten drei Coburger zum ersten Mal von Beginn an, später kam auch David Pawelleck zu seinem Debüt. Sechs Juniorenspieler hatte Braungardt an Bord. "Wenn man sieht, wie die junge Truppe gespielt hat, dann müssen wir darauf aufbauen und so weiterarbeiten", lobte der Trainer. Aus der Sicht eines Leidgeplagten mag das so natürlich ein ordentlicher Auftritt gewesen sein. Für die Schweinfurter, die über Rang zwei als Ziel nach wie vor nicht reden wollen, die ebenfalls Not am Mann haben und Tobias Kukoll erstmals aufs Landesligagras warfen, war´s "von beiden Seiten über 90 Minuten ein zähes Ringen. Mit Fußball hatte das wenig zu tun. Die glücklichere Mannschaft hat gewonnen", gab Fritscher zumindest zu.

Und dieser entscheidende zweite Treffer fiel ganz bitter aus Sicht der Gäste. Coburg spielte fünf Minuten vor Abpfiff auf Abseits, die Falle klappte nicht, Marcel Hartmann zog alleine aufs Tor zu und schob mit links ins lange Eck ein. Saisontreffer 17 des Torjägers war das bereits. "Das ist schon wirklich ärgerlich. In so einer Phase spiele ich nicht auf Abseits. So haben wir uns um den Lohn von 90 Minuten guter Arbeit gebracht", haderte Braungardt mit der Unerfahrenheit einer Truppe. Aus dem Spiel heraus ließen die Coburger fast gar keine Chancen der Schweinfurter zu. Eigentlich gab es überhaupt keine herausgespielten Gelegenheiten der FTS. Michael Mantels Schuss nach 13 Minuten nach einer Eckenvariante knapp am Tor vorbei müsste an dieser Stelle normal gar nicht erwähnt werden. Der Fall ist´s deshalb, weil sonst wenig passierte aus Sicht der Turner.

Mehr als die nur knapp über 100 Zuschauer hatte der Kick auch gar nicht verdient. Einen Schönheitspreis freilich wollte der DVV nicht ergattern. Beinahe wären es dafür sogar gleich drei Punkte geworden. Denn auf die Führung der Hausherren antworteten die Coburger prächtig. Vermeidbar war Marcel Hartmanns Elfmetertor, Saisontreffer 16 zu diesem Zeitpunkt, allemal, denn Ata Simitqi legte Henry Stenzinger im Strafraum um, als der als nicht gerade brandgefährlich geltende Schweinfurter den Ball längst am Abwehrmann vorbeigespielt hatte und das Leder Richtung Klärung auf dem Weg war. Nach einem Freistoß fand keine vier Minuten später Jannek Schmidt in Dominik Biemer noch seinen Meister. 120 Sekunden später überlupfte Kevin Hartmann den Schweinfurter Keeper. Das 1:1 war gleichermaßen verdient wie schön anzuschauen.

Hartmann, genau, der Name des Tages! Während der FTS-Goalgetter mit zwei guten Aktionen am Samstag zum Matchwinner wurde, ließ sich der Coburger Namenskollege die selbe Rolle noch vom Fuß nehmen. Testversuch eins frei vor Biemer beendete die gehobene Fahne des Linienrichters. In Minute 71 jedoch störte keine Spielunterbrechung den Alleingang. Hartmann aber schien nervös, nicht so recht wissend, wohin mit dem Leder, zögerte und ließ es letztlich noch zur Ecke lenken. 14 Minuten nach dem möglichen 1:2 fiel das 2:1... Und damit fuhren die Schweinfurter die Punkte fünf bis sieben in 2011 vor eigener Kulisse ein. Vergessen war die Niederlage die Woche zuvor in Memmelsdorf.

Fußball-Landesliga Nord: FT Schweinfurt - DVV Coburg: 2:1 (1:1)
Schweinfurt: Dominik Biemer - Tony Stenzinger, Henry Stenzinger, Stefan Rothenanger, Dominik Ebert, Michael Mantel, Patrick Geißler, Benjamin Freund, Daniel Hartmann, Steffen Zahl (ab 73. Erding Akyol), Marcel Hartmann (ab 89. Tobias Kukoll).
Coburg: Onur Thompson - Christopher Schmitt (ab 46. David Pawelleck), Frank Hahn, Jannek Schmidt, Sahin Yesilyurt, Ata Simitqi, Marcel Giller, Patrick Schuberth, Peter Lange (ab 77. Gökhan Sener), Kevin Hartmann, David Reich.
Schiedsrichter: Marco Fenzl (ASV Burglengenfeld).
Tore: 1:0 Marcel Hartmann (33., Foulelfmeter), 1:1 Kavin Hartmann (39.), 2:1 Marcel Hartmann (85.).
Zuschauer: 120.


Von: Michael Horling