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AUFHOLJAGD OHNE HAPPY END

s.Oliver Würzburg unterliegt nach einem hochspannenden Spiel mit 87:91 (47:58) bei der BG Göttingen

Nächste Chance auf den ersten Saisonsieg am Mittwoch im FIBA Europe Cup bei CSM CSU Oradea

Zum vierten Mal in Folge hat s.Oliver Würzburg ein Auswärtsspiel bei der BG Göttingen verloren: Eine Aufholjagd nach einem Zehn-Punkte-Rückstand in der zweiten Halbzeit konnten die Unterfranken am Sonntagnachmittag in der Sparkassen-Arena in einer hochspannenden Schlussphase nicht mehr in einen Sieg verwandeln. Göttingens Spielmacher Michael Stockton, mit 25 Punkten Top-Scorer der Partie, verwandelte fünf Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe zum 91:87-Erfolg der Veilchen. Auf Würzburger Seite punkteten mit Jordan Hulls (23), Florian Koch (16), Gabriel Olaseni (15), Skyler Bowlin (13) und Perry Ellis (12) gleich fünf Spieler zweistellig.

 

Es war auch nicht die Offensiv-Ausbeute, die Headcoach Denis Wucherer nach der Partie thematisierte: „Wenn du in fremder Halle 87 Punkte machst, dann solltest du eine größere Chance haben, das Spiel zu gewinnen. Unsere nicht existente Verteidigung in der ersten Halbzeit war ausschlaggebend dafür, dass die Chance auf einen Sieg am Ende nur noch sehr klein war.“ Angefangen hatte seine Mannschaft vor allem stark aus der Distanz: Gleich die ersten vier Dreier - drei davon durch Florian Koch - waren erfolgreich, nach sechs Minuten lagen die Gäste dadurch mit fünf Zählern vorne (13:18).

 

Aber auch die gastgebenden Veilchen konnten - wie zuletzt schon im Schlussviertel beim Pokal-Heimsieg gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg - im Angriff sehr viele Akzente setzen. Die frühe Würzburger Führung hatte daher nicht lange Bestand, 27:27 stand es nach einem für die Zuschauer unterhaltsamen ersten Viertel.

 

Im zweiten Abschnitt machten die Gastgeber dann im selben Stil weiter, während die Unterfranken ihre Trefferquoten nicht mehr ganz so hoch halten konnten wie zu Beginn - mit einer Ausnahme: Jordan Hulls, der in der ersten Halbzeit 18 seiner insgesamt 23 Zähler erzielte und fünf Dreier traf, hielt sein Team bis zur 15. Minute beim Spielstand von 42:41 fast im Alleingang im Spiel.

 

Florian Koch: "Wir müssen schnell unseren Rhythmus finden"

Ein 8:0-Lauf der Göttinger sorgte in den folgenden zwei Minuten für die erste höhere Führung der Gastgeber, die auch beim Seitenwechsel mit neun Punkten Differenz noch Bestand hatte (57:48). Nach der Pause legten die Gäste dann in der Verteidigung deutlich zu und kämpften sich durch einen 11:2-Lauf innerhalb von knapp vier Minuten zurück ins Spiel (59:59). Es sollte auch nicht die letzte Würzburger Aufholjagd bleiben: Bis zur 32. Minute hatten sich die Hausherren nämlich wieder auf 78:68 abgesetzt - ihr deutlichster Vorsprung im gesamten Spiel. Drei Minuten später war der Spielstand aber schon wieder ausgeglichen - unter anderem trafen Sykler Bowlin und Perry Ellis beim 10:0-Zwischenspurt von s.Oliver Würzburg aus der Distanz.

 

Die Antwort kam durch Dominik Lockhart, Penny Williams und Stefan Haukohl, die ihr Team postwendend wieder mit 86:80 in Führung warfen (38. Minute). 50 Sekunden vor der Schlusssirene ereignete sich dann die vermutlich vorentscheidende Szene des Spiels: Skyler Bowlin traf nach einem unsportlichen Foul von Stefan Haukohl zweimal von der Freiwurflinie zum 86:84. Beim anschließenden Ballbesitz hatte Gabriel Olaseni die Chance zum Ausgleich, wurde beim Korbleger aber von Darius Carter sauber geblockt.

Im Gegenzug war es Michael Stockton, der den Ball mit Foul in den Würzburger Korb legte und auch den fälligen Freiwurf traf: 89:84. Nach einem weiteren Dreier von Jordan Hulls war es dann erneut der Sohn von NBA-Legende John Stockton, der nach einem taktischen Foul 4,9 Sekunden vor Schluss beide Freiwürfe zum Endstand von 91:87 verwandelte. „Das einzig Gute ist, dass wir schon in drei Tagen das nächste Spiel haben. Wir müssen sehen, dass wir so schnell wie möglich unseren Rhythmus finden“, sagte Florian Koch nach der Partie. Am Mittwoch um 18:00 Uhr deutscher Zeit startet s.Oliver Würzburg beim rumänischen Meister CSM CSU Oradea in den FIBA Europe Cup. In der easyCredit BBL geht es am Freitag um 20:30 Uhr mit einem Heimspiel gegen die GIESSEN 46ers weiter.

 

BG Göttingen - s.Oliver Würzburg 91:87 (27:27, 30:21, 17:20, 17:19)

Für s.Oliver Würzburg spielten: Jordan Hulls 23 Punkte/6 Dreier, Florian Koch 16/4, Gabriel Olaseni 15 (6 Rebounds), Skyler Bowlin 13/2 (8 Assists/6 Rebounds), Perry Ellis 12/2, Cameron Wells 7/1 (6 Assists), Xavier Cooks 1, Brad Lösing, Johannes Richter, Felix Hoffmann,

Top-Performer Göttingen: Stockton 25/1 (5 Assists), Williams 22/3, Andric 12/4, Lockhart 7/1 (6 Rebounds/6 Assists).

Key Stats:

Zweier: Würzburg 14 von 29 (48 Prozent) - Göttingen 24 von 44 (55 Prozent)

Punkte in der Zone: Würzburg 24 - Göttingen 38

 

Stimmen zum Spiel

Florian Koch, s.Oliver Würzburg: „Wir haben das Spiel ganz klar in der Verteidigung verloren, 87 Punkte sollten auswärts eigentlich reichen. Wir müssen defensiv eine ganze Schippe drauflegen, wenn wir in der Bundesliga Spiele gewinnen wollen. Natürlich war Michael Stockton heute einer der Schlüsselspieler für Göttingen. Er hat ein gutes Spiel gemacht, aber wir haben es ihm natürlich auch nicht allzu schwer gemacht. Die Enttäuschung ist groß. Wir haben nicht gut gespielt und hatten am Ende trotzdem die Chance, das Spiel zu gewinnen. Das einzig Gute ist, dass wir am Mittwoch schon das nächste Spiel haben. Wir müssen zusehen, dass wir schnell unseren Rhythmus finden.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg: „Wenn du in fremder Halle 87 Punkte machst, dann solltest du eigentlich eine größere Chance haben, das Spiel zu gewinnen. Unsere nicht existente Verteidigung in der ersten Halbzeit war natürlich ausschlaggebend dafür, dass die Chance auf einen Sieg am Ende nur noch sehr klein war. In der zweiten Halbzeit haben wir das deutlich besser gemacht als vor der Pause, aber immer noch nicht gut genug. Wir müssen in Zukunft eine Verteidigung finden die es uns erlaubt, solche Spiele wie heute zu gewinnen. Mit Kresimir Loncar müssen wir noch geduldig sein. Er wird hoffentlich bald so weit sein, uns gegen andere Gegner zu helfen.“

Johan Roijakkers, Headcoach BG Göttingen: „Es war ein glücklicher Sieg. Um in der Liga zu bleiben, braucht man zwei oder drei Siege gegen Playoff-Kandidaten. Darum bin ich froh, dass uns das schon so früh gelungen ist. Ich war sehr zufrieden mit der Energie meiner Mannschaft. Auch die Zuschauer haben diese Energie und geben sie an uns zurück. Wir haben hart gekämpft. Die Verteidigung war besser, als es die Anzeigetafel zeigt. Wir haben ein paar Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, exzellent umgesetzt. Und dann haben wir Michael Stockton. Da muss man nicht viel coachen. Gib ihm den Ball, und er gewinnt das Spiel für dich. So einfach ist das.“

Foto: H. Becker