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Der nächste Krimi: s.Oliver Würzburg setzt sich bei den MHP RIESEN Ludwigsburg mit 80:75 (40:41) durch - Heimspiele am Mittwoch gegen Oradea und am Samstag gegen die Löwen aus Braunschweig

Auch im fünften Spiel der noch jungen easyCredit BBL-Saison hat s.Oliver Würzburg es wieder spannend gemacht: Bei den MHP RIESEN Ludwigsburg holte sich die Mannschaft von Headcoach Denis Wucherer ihren zweiten Saisonsieg mit einer hervorragenden Trefferquote von der Dreierlinie in der ersten Halbzeit und starken Defensiv-Aktionen in der Schlussphase. 30 Sekunden vor dem Ende blockte Xavier Cooks gleich zwei Ludwigsburger Würfe, im nächsten Angriff verwandelte Cameron Wells den Korbleger zum Endstand. Top-Scorer der Partie war der Ludwigsburger Malcom Hill mit 22 Punkten. Beste Werfer auf Würzburger Seite waren Perry Ellis (20), Jordan Hulls (16), Cameron Wells (15) und Xavier Cooks (12).

 

Die vier vorherigen BBL-Partien der Unterfranken gehörten alle zur Kategorie „Basketball-Krimi“ und endeten jeweils mit vier Zählern Differenz. Am Samstagabend in der Ludwigsburger MHP Arena war es nicht viel anders: Knapp 3.400 Zuschauer sahen ein über weite Strecken spannendes und ausgeglichenes Spiel, das erst in der Schlussphase entschieden wurde. Denis Wucherer veränderte seine Start-Formation erneut und schickte mit Cameron Wells, Skyler Bowlin, Xavier Cooks, Perry Ellis und Gabriel Olaseni eine große Aufstellung ins Spiel. Zwar gehörten die ersten beiden erfolgreichen Offensiv-Aktionen der Partie den Gastgebern, im Vergleich zu den letzten Spielen gegen Gießen und Bayreuth lieferte s.Oliver Würzburg dieses Mal aber von Beginn an eine konzentrierte Vorstellung ab und konnte die Partie immer offen gestalten.

 

Die frühe 5:0-Führung der RIESEN konterten die Unterfranken mit dem Selbstvertrauen, dass sie sich durch die beiden Siege gegen Bayreuth und beim holländischen Vizemeister in Leiden geholt hatten. Im Angriff lief die Kugel durch viele Hände, immer wieder wurde der freie Werfer gefunden, und die Würfe von jenseits der 6,75-Meter-Linie saßen: Von den ersten elf Würzburger Dreiern landeten acht im Ludwigsburger Korb, fast alle durch schnelle Ballbewegung mit vielen Extrapässen hervorragend herausgespielt.

 

Ihre stärkste Phase in der ersten Halbzeit hatten die Würzburger zwischen der 10. und der 14. Minute, als Jordan Hulls elf Punkte erzielte und drei Dreier traf und damit einen 14:3-Lauf seiner Mannschaft vom Spielstand 18:18 auf 21:32 fast im Alleingang bestritt. Dann waren aber wieder die Hausherren am Zug und holten sich mit einem 18:3-Zwischenspurt innerhalb von vier Minuten die Führung wieder zurück. Vor allem Malcolm Hill, der 15 seiner 22 Punkte in der ersten Halbzeit erzielte, wurde von seinen Mitspielern immer wieder gut in Szene gesetzt.

 

Dass die Ludwigsburger trotz der starken Würzburger Dreierquote (63 Prozent in der ersten Halbzeit) mit einem knappen 41:40-Vorsprung in die Kabine gehen konnten, lag den Freiwürfen: Die RIESEN trafen alle acht in der ersten Halbzeit, während die Gäste kein einziges Mal an die Freiwurflinie kamen. Im dritten Viertel änderte sich am knappen Spielstand nicht viel - erst gingen die Schwaben mit fünf Punkten in Führung (45:40, 21. Minute), dann s.Oliver Würzburg (55:60, 29. Minute). Bis zur 30. Minute war der Spielstand aber wieder fast ausgeglichen (59:60).

 

Den entscheidenden Vorsprung holte sich die Wucherer-Truppe in den ersten fünf Minuten des Schlussabschnitts, in denen sie sich - mit Unterstützung von Malcolm Hill, der vier Freiwürfe in Folge verwarf - auf 68:74 absetzen konnten. Zwar kämpften sich die Ludwigsburger in einer hektischen Schlussphase mit wenigen erfolgreichen Offensivaktionen auf beiden Seiten wieder auf 75:76 heran, danach ließ die Würzburger Verteidigung aber nichts mehr zu.

 

Die Entscheidung kam 17 Sekunden vor Schluss durch einen Korbleger von Cameron Wells zum 75:80, nachdem Xavier Cooks zuvor auf der anderen Seite erst einen Wurfversuch von Trevor Mbakwe und dann Konstantin Klein sauber geblockt hatte. „Wir haben am Ende unsere Würfe nicht mehr getroffen und das Spiel über die Verteidigung gewonnen. Das ist genau das, was wir erreichen wollen“, sagte der Ex-Ludwigsburger Florian Koch nach der Partie.

 

Weiter geht es für s.Oliver Würzburg mit zwei Heimspielen: Im FIBA Europe Cup ist am Mittwoch um 20 Uhr der rumänische Meister CSM CSU Oradea in der s.Oliver Arena zu Gast, drei Tage später (Samstag, 20:30 Uhr) kommen die Basketball Löwen Braunschweig in die Würzburger Turnhölle.

 

MHP RIESEN Ludwigsburg - s.Oliver Würzburg 75:80 (18:23, 23:17, 18:20, 16:20)

Für s.Oliver Würzburg spielten: Perry Ellis 20 Punkte/3 Dreier, Jordan Hulls 16/4 (6 Rebounds), Cameron Wells 15/1 (5 Assists), Xavier Cooks 12/2 (3 Steals/2 Blocks), Florian Koch 6/1, Kresimir Loncar 5, Johannes Richter 3, Skyler Bowlin 3/1, Gabriel Olaseni, Brad Lösing.

Top-Performer Ludwigsburg: Hill 22/2 (8 Rebounds/6 Assists/4 Steals), Jones 14/1, Sabeckis 10/1, Klassen 7.

Key Stats:

Dreierquote: Würzburg 46 Prozent (12 von 26) - Ludwigsburg 25 Prozent (6 von 24)

Ballverluste: Würzburg 12 - Ludwigsburg 16

Stimmen zum Spiel

Florian Koch, s.Oliver Würzburg: „Manchmal braucht man als Mannschaft einen Knackpunkt, wie wir ihn am letzten Sonntag mit dem Comeback gegen Bayreuth hatten. Wir hatten eine gute Vorbereitung, kamen dann aber katastrophal in die Saison rein. Heute haben wir am Ende nicht mehr gut getroffen und das Spiel über unsere Verteidigung gewonnen. Genau das wollen wir erreichen, und das haben wir geschafft. Ludwigsburg ist das wahrscheinlich physischste Team, gegen das man in der BBL spielen kann. Auch heute haben sie wieder einen harten Kampf geliefert. Ich denke, dass uns dieser Sieg sehr geholfen hat. Jetzt wollen wir unsere Siegesserie natürlich aufrecht erhalten.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg: „Wir freuen uns über diesen Sieg. Man hat über weite Strecken gesehen, dass beide Mannschaften noch Schwierigkeiten haben, in die Saison zu finden. Bei beiden Teams fehlt die Leichtigkeit, es ist etwas holprig, was sie zum Teil anbieten. Dann kommt vielleicht auch noch etwas Nervosität und Druck dazu. Es war ein enges Spiel auf Messer‘s Schneide, und wir hatten am Ende das nötige Glück, indem wir den einen oder anderen Stopp mehr geschafft haben. Ludwigsburg hat auch einige einfache Würfe nicht getroffen, bei uns sind sie reingefallen. Es sind zwei Mannschaften, die noch auf der Suche sind, aber ihren Weg finden werden.“

John Patrick, Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg: „Es war am Ende ein verdienter Sieg für Würzburg, weil sie wichtige Würfe getroffen haben. Wir hatten in den letzten Minuten wieder unnötige Ballverluste ohne Pass, weil wir mit dem Kopf durch die Wand wollten. Wir müssen irgendwann lernen, dass wir uns bis zum Ende als Mannschaft präsentieren müssen, auch wenn die offenen Würfe nicht fallen. Wir haben wieder gegen eine gute Mannschaft verloren, irgendwann wird aber auch bei uns der Knoten mit einem Sieg platzen. Würzburg hatte das gegen Bayreuth, deswegen waren wir vielleicht in der Schlussphase etwas nervöser.“

(Foto: H. Becker)