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EIN SCHWACHES SCHLUSSVIERTEL VERHINDERT DIE SIEGCHANCE

Die Würzburg Baskets lassen elf Punkte an der Freiwurflinie liegen und unterliegen 74:82 in Göttingen

Die Würzburg Baskets haben am 6. Spieltag der easyCredit BBL ihre erste Auswärtsniederlage der Saison hinnehmen müssen: Bei der BG Göttingen holten sich die Schützlinge von Headcoach Sasa Filipovski erst durch einen halbzeit-übergreifenden 14:0-Lauf eine Führung mit acht Punkten, verloren dann aber im Angriff den Faden und mussten sich den Veilchen nach einem offensiv schwachen Schlussviertel mit 74:82 geschlagen geben.

Die Unterfranken ließen in einem bis kurz vor Schluss spannenden Spiel elf Punkte an der Freiwurflinie liegen (Trefferquote 54 Prozent), Göttingen traf zehn Dreier mehr - das waren die statistischen Gründe für den Sieg der Heimmannschaft: „Um das auszugleichen, müsste man fantastisch verteidigen. Göttingen hat gut getroffen, sie haben diesen Sieg verdient“, sagte Sasa Filipovski hinterher. Top-Scorer der Partie wurde Göttingens Till Pape mit 22 Punkten. Auf Würzburger Seite trafen Cameron Hunt (19), Stanley Whittaker (15), Filip Stanic (13) und CJ Bryce (11) zweistellig.


Immer noch ohne Kapitän Felix Hoffmann, dafür aber mit Rückkehrer Nicolas Carvacho im Aufgebot - Martin Peterka setzte als siebter Ausländer aus - wollten die Unterfranken auch im dritten Auswärtsspiel der Saison ungeschlagen bleiben und starteten nach dem gewonnenen Sprungball mit einem erfolgreichen Korbleger von Cameron Hunt in die Partie.

Danach entwickelte sich die erste Halbzeit allerdings zunächst zu einer Kopie des letzten Heimspiels gegen Ludwigsburg. Zwar lagen die Würzburg Baskets auch nach fünf gespielten Minuten noch knapp vorne (8:11), dann fanden die Gastgeber aber ihren offensiven Rhythmus, konnten sich mit einem 11:2-Lauf absetzen und dank fünf getroffener Dreier das erste Viertel mit 22:15 für sich entscheiden.

Der nächste Dreier von Mark Smith zur ersten zweistelligen Führung (27:16) veranlasste Sasa Filipovski kurz nach Beginn des zweiten Abschnitts zu seiner ersten Auszeit, die im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit auch Wirkung zeigte. Vor allem offensiv lief es jetzt besser bei den Gästen, die durch einen Dreier von Julius Böhmer in der 15. Minute auf 31:27 verkürzen konnten.

Die Partie blieb auch danach ein klassisches „Spiel der Läufe“: Kurz vor dem Seitenwechsel lagen die Veilchen wieder mit 44:38 in Front (19. Minute), dann starteten die Unterfranken ihre beste Phase der Begegnung. Bis zum Gang in die Kabinen hatten sie auf 44:42 verkürzt, und in die zweiten zwanzig Minuten starteten sie ebenfalls ganz stark: Die ersten zehn Punkte des dritten Viertels erzielten die Baskets, die mit einem halbzeit-übergreifenden 14:0-Lauf das Spiel drehten und mit 44:52 in Führung gingen.

Die ersten Veilchen-Zähler der zweiten Hälfte erzielte Mark Smith nach fast vier gespielten Minuten mit einem Dreier zum 47:52, und damit wechselte das Momentum erneut. Kurz vor Ende des dritten Abschnitts markierte der starke Till Pape sieben Punkte in Folge, und nach einem ausgeglichenen Viertel (20:20) ging es beim Spielstand von 64:62 in die Crunchtime einer spannenden Begegnung.

Der Schlussabschnitt begann mit dem nächsten Göttinger Dreier durch Javon Bess und einem „And One“ von Mathis Mönninghoff zum 70:62 - Sasa Filipovski nahm umgehend die nächste Auszeit und brachte sein Team wieder zurück in die Spur. Es folgte die nächste starke Phase in der Verteidigung: In den folgenden rund fünf Minuten gelang den Veilchen kein einziger Punkt, und die Baskets verkürzten durch XeyriusWilliams, Filip Stanic per Freiwurf und zweimal Stanley Whittaker wieder auf 70:69 (36. Minute).

Nach dem nächsten defensiven Stopp hatte Nicolas Carvacho sogar die Chance, die Führung von der Freiwurflinie zurückzuholen, scheiterte aber mit beiden Versuchen - den letzten und entscheidenden Run der Partie legten danach die Gastgeber aufs Parkett. Mit Ausnahme von fünf Freiwürfen von Cameron Hunt und Stanley Whittaker gelang den Gästen in der Schlussphase nichts Zählbares mehr, spätestens nach einem Korbleger von Till Pape zum 80:72 eine Minute vor dem Ende stand die BG Göttingen als Sieger der Begegnung fest.

6. Spieltag der easyCredit BBL

BG Göttingen - Würzburg Baskets 82:74

(22:15, 22:27, 20:20, 18:12)

Für Würzburg spielten:
Cameron Hunt 19 Punkte/1 Dreier (6 Rebounds/5 Assists), Stanley Whittaker 15 (9 Assists), Filip Stanic 13 (9 Rebounds), CJ Bryce 11/1, Xeyrius Williams 5, Nico Carvacho 4 (6 Rebounds), Julius Böhmer 3/1, Collin Welp 2, O‘Showen Williams 2.

Top-Performer Göttingen:
Till Pape 2274, Javon Bess 19/3 (5 Assists),

Key Stats:
Dreier:
Würzburg 3 von 13 (23 Prozent) - Göttingen 13 von 27 (48 Prozent)
Freiwürfe: Würzburg 13 von 24 (54 Prozent) - Göttingen 13 von 14 (93 Prozent)
Assists 2. Halbzeit: Würzburg 5 - Göttingen 11

Stimmen zum Spiel

Filip Stanic, Würzburg Baskets:
„Ich denke, der Heimvorteil hat heute eine Rolle gespielt. Göttingen hat schwere Würfe getroffen, und wir haben viel an der Freiwurflinie liegen gelassen. Das Endergebnis sagt nicht aus, wie das Spiel wirklich gelaufen ist.“

Sasa Filipovski, Headcoach Würzburg Baskets:
„Göttingen war heute besser. Es ist schwer ein Spiel zu gewinnen, wenn man elf Freiwürfe vergibt und nur drei Dreier trifft. Um das auszugleichen, müsste man fantastisch verteidigen. Göttingen hat gut getroffen, sie haben diesen Sieg verdient.“

Roel Moors, Headcoach BG Göttingen:
„Ich war nicht zufrieden mit unserer Einstellung in der ersten Halbzeit. Wir haben zu viele Fehler gemacht und uns nicht an unseren Gameplan gehalten. In der zweiten Halbzeit war das viel besser. Im letzten Viertel haben wir das Spiel dann in der Defensive gewonnen. Mir hat die Balance zwischen den Assists und den Ballverlusten gefallen, gleichzeitig haben wir aber ein großes Problem beim Rebound. Das müssen wir in Zukunft besser machen. Heute will ich den Sieg aber einfach genießen und dann nach ein paar Tagen Pause weitermachen. Wir haben noch ganz viel Luft nach oben und viel Potenzial, aber auch noch zu viele Schwächen in unserem Spiel.“ 

 

Foto: Viktor Meshko