Soziale Netzwerke

  

Anzeige

ERSTER SIEG NACH FÜNF JAHREN IN BRAUNSCHWEIG

Baskets steigern sich nach dem ersten Viertel und gewinnen mit 89:82 bei den Basketball Löwen

Würzburg: Weniger als 48 Stunden nach der Auftaktniederlage gegen starke Telekom Baskets Bonn haben die Würzburg Baskets den ersten Sieg der easyCredit BBL-Spielzeit 2022/2023 eingefahren: Zum ersten Mal seit April 2017 gelang den Unterfranken wieder ein Erfolg bei den Basketball Löwen Braunschweig. Nach einem nervösen Start in die Partie zeigten die Gäste ab dem zweiten Viertel eine geschlossene Mannschaftsleistung mit viel Energie in der Verteidigung und jeder Menge Selbstvertrauen im Angriff - damit konnten sie einen Neun-Punkte-Rückstand noch vor der Pause drehen ihre knappe Halbzeitführung und im dritten Viertel zwischenzeitlich auf elf Punkte ausbauen.

In der Schlussphase einer umkämpften Partie hatten die Schützlinge von Headcoach Sasa Filipovski dann die besseren Nerven, wehrten eine Aufholjagd der Gastgeber ab und gewannen verdient mit 89:82 (39:38). „Es war ein ausgeglichenes Spiel, in dem Kleinigkeiten entschieden haben. Daher bin ich froh, dass meine jungen Spieler diszipliniert genug waren, um das Spiel zu gewinnen“, sagte Filipovski. Beste Spieler auf Würzburger Seite waren CJ Bryce (19 Punkte / 7 Rebounds), Stanley Whittaker Jr. (19 / 4 Assists) und Xeyrius Williams (18 / 4 Dreier / 8 Rebounds).


Die Bilanz beider Klubs gegeneinander - Braunschweig hatte sieben der letzten acht Begegnungen gewonnen - und die Tatsache, dass die Gastgeber deutlich ausgeruhter als die Unterfranken in die Partie gehen konnten, gab vor der Partie nicht unbedingt Anlass zu Optimismus. Und nach acht gespielten Minuten sah es zunächst auch so aus, als könnte es für die Gäste ein schwieriger Feiertags-Nachmittag in der mit 3.500 Zuschauern fast ausverkauften Braunschweiger Volkswagen Halle werden.

Beide Teams starteten nervös in das Spiel, was sich an einer unterdurchschnittlichen Punkteausbeute zeigte: Durch einen Step-Back-Dreier von Cameron Hunt lagen die Würzburg Baskets nach sechs gespielten Minuten knapp mit 5:7 vorne, dann fanden die Basketball Löwen ihren Rhythmus und holten sich innerhalb von zwei Minuten eine 16:7-Führung. 

Der 11:0-Lauf der Hausherren erwies sich als Weckruf für die Unterfranken, die von diesem Zeitpunkt an mit deutlich mehr Konzentration und Energie zu Werke gingen. Den 17:12-Rückstand nach Viertel Nummer eins glich O‘Showen Williams durch einen Dreier und einen Halbdistanz-Sprungwurf in kürzester Zeit wieder aus (17:17, 12. Minute), und von diesem Zeitpunkt an war es bis zum Seitenwechsel ein Spiel auf Augenhöhe.

Zwar lagen die Braunschweiger durchgehend in Führung, die Würzburg Baskets waren jetzt aber voll drin in der Partie, fanden immer wieder gute Abschlüsse und ließen sich nicht mehr abschütteln. Mit dem letzten Wurf der ersten Halbzeit gelang der Führungswechel: CJ Bryce traf den Sprungwurf mit der Schlusssirene zum 38:39-Zwischenstand nach zwanzig Minuten.

Auch aus der Kabine kamen die Gäste entschlossener - durch einen Dreier und einen Korbleger stellte Stanley Whittaker Jr. den Spielstand unmittelbar nach dem Seitenwechsel auf 38:44 - der halbzeit-übergreifende Würzburger 10:0-Lauf sollte sich im weiteren Spielverlauf als vorentscheidende Phase des Spiels erweisen. 

Von diesem Rückstand erholten sich die Hausherren nämlich nicht mehr: Zwar kamen sie durch ihren jungen angolanischen Center Jilson Bango, der hinten einen Wurf blockte und den daraus resultierenden Fastbreak vorne per Dunking abschloss, in der 24. Minute wieder auf einen Zähler heran (45:46). Die Antwort der Würzburg Baskets folgte aber sofort: Durch einen Jumper von Stan Whittaker und zwei Dreier von Xeyrius Williams zogen sie auf 45:54 davon.

Auf Braunschweiger Seite hielt jetzt vor allem Spielmacher Braydon Hobbs (18 Punkte in der zweiten Halbzeit) dagegen. Nach einem weiteren 8:0-Lauf, in dessen Verlauf Collin Welp per Dreier und Freiwurf die ersten vier Punkte seiner Profi-Karriere erzielte, lagen die Gäste kurz vor Ende des dritten Abschnitts trotzdem zum ersten Mal zweistellig in Führung (53:64).

Diesen Vorsprung gaben sie im vierten Viertel nicht mehr her. Nach 34 Minuten war der Abstand immer noch zweistellig (62:72), und auch eine Braunschweiger Schlussoffensive brachte den ersten Saisonsieg nicht mehr in Gefahr, weil die Unterfranken die besseren Nerven und in CJ Bryce und Stan Whittaker zuverlässige Scorer hatten. 

Nachdem Nationalspieler Robin Amaize die Basketball Löwen unter den Augen von NBA-Star Dennis Schröder in der 39. Minute mit zwei Freiwürfen wieder auf 77:80 herangebracht hatte, fand Whittaker beim nächsten Angriff CJ Bryce hinter der Dreierlinie, und dessen erfolgreicher Wurf verließ mit ablaufender Schussuhr gerade noch rechtzeitig die Wurfhand. 

In der Schlussminute brachten CJ Bryce und Cameron Hunt den Auswärtssieg an der Freiwurflinie in trockene Tücher. Den ersten Heimsieg der Saison wollen die Würzburg Baskets am kommenden Samstag (18 Uhr, tectake ARENA) gegen den SYNTAINICS MBC einfahren.

2. Spieltag der easyCredit BBL-Hauptrunde 2022/2023:
Basketball Löwen Braunschweig - Würzburg Baskets 82:89

                   (17:12, 21:27, 17:25, 27:25)

Für Würzburg spielten:
CJ Bryce 19 Punkte/1 Dreier (7 Rebounds), Stanley Whittaker Jr. 19/1 (4 Assists), Xeyrius Williams 18/4 (8 Rebounds), Cameron Hunt 11/1, O‘Showen Williams 7/1, Julius Böhmer 5/1, Collin Welp 4/1, Philipp Hartwich 4, Martin Peterka 2, Filip Stanic.

Top-Performer Braunschweig:
Braydon Hobbs 18/4 (5 Assists), Jilson Bango 16 (9 Rebounds), David Krämer 14/2, Robin Amaize 6/1 (8 Assists).

Key Stats:
Dreierquote: Würzburg 43,5 Prozent - Braunschweig 35,7 Prozent 
Freiwurfquote: Würzburg 77,3 Prozent - Braunschweig 66,7 Prozent 
Punkte aus zweiten Chancen: Würzburg 14 - Braunschweig 9
 

Stimmen zum Spiel

Xeyrius Williams, Würzburg Baskets:
„Wir mussten nach dem ersten Viertel besser verteidigen, körperlich besser dagegen halten und beim Rebound ausboxen. Das haben wir auch gemacht. Es fängt immer in der Verteidigung an, dadurch ist es dann auch im Angriff besser gelaufen. Meine Teamkollegen haben mich heute gefunden, und ich habe es geschafft, die Würfe zu treffen und ihnen dadurch die Assists zu geben. Wir sind erst seit zwei Monaten zusammen, während viele andere Mannschaften schon länger zusammenspielen. Wir versuchen Tag für Tag und Spiel für Spiel besser zu werden.“

Sasa Filipovski, Headcoach Würzburg Baskets:
„Es war schwer für uns, weil die Halle sehr voll war und Braunschweig guten Basketball spielt. Es war ein ausgeglichenes Spiel, in dem kleine Details über den Sieg entschieden haben. Wenn du die Saison eröffnest, dann sind es meistens nervöse Spiele. Umso glücklicher bin ich, dass wir gewonnen haben. Wir kämpfen auch mit einigen Verletzungen und unser ältester Spieler ist 28 Jahre alt. Dementsprechend froh bin ich für unsere jungen Spieler, dass sie diszipliniert genug waren, um das Spiel zu gewinnen. Defensiv hatten wir vor allem im letzten Viertel unsere Probleme. Aber wir stehen noch am Anfang und haben eine Mannschaft, die noch viel lernen muss. Glückwunsch an meine Spieler und alles Gute für Braunschweig.“

Robin Amaize, Basketball Löwen Braunschweig:
„Die Würzburger haben meiner Meinung nach sehr schwierige Würfe getroffen. Wir hätten uns besser darauf einstellen und ihnen die Würfe besser wegnehmen müssen und sie mehr zum Korb ziehen lassen sollen. Wer trifft hat recht. Wir hätten in der Verteidigung noch etwas mehr Gas geben müssen, dann wäre es vielleicht anders ausgegangen.“

Jesus Ramirez, Headcoach Basketball Löwen Braunschweig:
„Würzburg hatte vor 48 Stunden ein Spiel und wir kamen aus zwei Trainingseinheiten, von denen ich dachte, wir hätten ein bisschen Energie gespart. Ich habe nicht erwartet, dass wir taktisch und offensiv sehr präzise spielen würden. Aber ich habe erwartet, dass wir mehr Energie als Würzburg haben und Kapital daraus schlagen können, dass sie gerade erst ein schweres Spiel hatten. Für mich waren das Eins-gegen-Eins und die Offensiv-Rebounds der Schlüssel. Man muss physisch spielen, um da besser zu sein und das waren wir heute einfach nicht. Sie haben viele Pull-Up-Würfe genommen und wir haben uns nicht darauf eingestellt. Ich hoffe, dass wir verstehen, dass wir nicht physisch genug gespielt haben und machen das nächstes Mal besser.“ 

 

Foto: by HMB Media