Schweinfurt: Mit einer Parade in letzter Minute rettete der Jahn-Keeper dem SSV Jahn Regensburg den erkämpften Auswärtsdreier in Schweinfurt. Mit 0:1 gewann die Mannschaft von Michael Wimmer das bayrische Aufeinandertreffen in der Kugellagerstadt. Vor allem in der ersten Halbzeit ließ der FC 05 einiges vermissen, woraufhin in der zweiten Halbzeit die numerische Überzahl ebenfalls nicht ausgenutzt werden konnte.
Im Vergleich zum vergangenen Auswärtsspiel in Cottbus baute Schweinfurts Trainer Victor Kleinhenz seine Mannschaft auf einer Position um: Für Dustin Forkel, der nicht im Spieltagskader war, rückte der aus der Gelbsperre zurückgekehrte Lauris Bausenwein zurück in die Start-Elf der Schnüdel. Die Tendenz der letzten beiden Spiele konnte gerne so weiter gehen. Nach dem 2:0-Heimsieg zum Auftakt gegen Viktoria Köln, war auch beim jüngsten Gastspiel in der Lausitz beim FC Energie Cottbus (1:2-Niederlage) deutlich mehr drin. Nach klasse zweiter Halbzeit und Pech kurz vor der Pause, wo man keinen Elfmeter bekommen hatte beim Foulspiel gegen Joshua Endres auf der Sechzehnerlinie, reichte es aber nicht für den nächsten Punktgewinn. Die nächsten Punkte sollten nun im bayrischen Duell gegen Regensburg her. Der Gegner musste aber auch nach zwei Auftaktniederlagen in 2026 dringend punkten, um nicht noch weiter in den Abstiegsstrudel zu rutschen.
Gute erste Halbzeit für Regensburg – von Schweinfurt kam lange sehr wenig in Durchgang Eins
Die Jahn-Elf erwischte einen guten Start in die Begegnung und rissen das Spiel sofort an sich. Bereits nach vier Minuten gab Sebastian Stolze den ersten Warnschuss für die Oberpfälzer ab, der aber sein Ziel noch knapp verfehlte. Besser machte es dann Noel Eichinger nach elf Minuten, der die Regensburger in Führung brachte. Nach einem Zuspiel von Benedikt Bauer setzte der Offensivmann zum Dribbling an und ließ Pius Krätschmer aussteigen. Sein wuchtiger Abschluss schlug dann im langen Eck ohne Abwehrchance für Maximilian Weisbäcker in den heimischen Maschen ein (0:1 – 11.). In der Folgezeit hielt der SSV den Druck aufrecht, verpasste es aber, sich für seinen Aufwand mit weiteren Toren zu belohnen. Saller vergab nach Eckball von Adrian Fein zwei Mal – erst per Kopf, dann per Nachschuss aus kurzer Distanz, als das 0:2 für den Jahn in der Luft lag. Schweinfurt steigerte sich aber im Verlauf der ersten Halbzeit, doch die Hochkaräter vor dem Jahn-Tor blieben in der ersten Halbzeit aus. Oftmals fehlte es am letzten Ball, an Präzision und Zielstrebigkeit. Die einzig erwähnenswerte Chance hatte Johannes Geis per Freistoß aus zentraler Position, der leichte Beute für Felix Gebhardt war. Er ließ entscheidende Präzision vermissen, als Minute 36 abgelaufen war.
Wintzheimer verpasst den Ausgleich in letzter Minute
Im zweiten Durchgang war die erste Phase des Spiels umkämpft. Viele Zweikämpfe sahen die 3541 Zuschauer und noch mehr lange Bälle standen an der Tagesordnung in der Riedel Bau Arena im Sachs-Stadion. Spielfluss kam nicht wirklich auf. Im Anschluss sollte das Spielgeschehen kippen: Auslöser war ein Platzverweis für den Regensburger Kapitän Felix Strauss. Nach einem Foulspiel, das der Unparteiische Bartnitzki mit einer Gelben Karte ahndete. Darüber regte sich der Regensburger Innenverteidiger lautstark auf und gab dem Referee wohl ein paar unschöne Worte mit. Strauss flog mit glatt Rot vom Platz (63.). In Unterzahl zog sich der Jahn dann weit zurück, hielt aber zunächst defensiv den Laden dicht. Die Mannen von Michael Wimmer verteidigten kompakt und aggressiv.
Eine wirkliche Druckphase entstand für die Schnüdel nicht, da man nach vorne weiterhin entscheidende Durchschlagskraft vermissen ließ. Leonard Langhans, dessen wuchtigen Distanzschuss Gebhardt gekonnt entschärfte, meldete die Schnüdel vorne zumindest mal an (77.). In der Schlussphase drückten die Gastgeber zwar, bissen sich aber im engen Abwehrverbund der Jahn-Elf die Zähne aus. Die meisten Vorstöße verteidigten die Oberpfälzer mit viel Moral. Weil Posselt (89.) und Müller (90. +2) in aussichtsreicher Position jeweils vergaben, musste der SSV bis zum letzten Moment zittern, da sie verpassten, den Sack zuzumachen. Wirklich gefährlich wurde es vor den Toren erst in der letzten Minute der Nachspielzeit: Manuel Wintzheimer hatte in der 96. Minute eine Riesenchance zum 1:1-Ausgleichstreffer, doch Felix Gebhardt parierte mit einem klasse Reflex und hielt im Schlussakkord den Dreier für seine Mannschaft fest.
FC Schweinfurt 05: Weisbäcker – Langhans, Trslic, Geis, Krätschmer (70. Latteier), Celebi – Bausenwein (46. Müller), Böhnlein (46. Osawe), Angleberger (84. Zeller), Endres – Shuranov (61. Wintzheimer).
SSV Jahn Regensburg: Gebhardt – Wurm, Strauß, Karbstein – Bauer (67. Mätzler), Saller, Fein (83. Geipl), Schönfelder – Stolze (83. Stolze), Hottmann (83. Posselt), Eichinger (71. Oliveira).
Tor: 0:1 Noel Eichinger (10.)
Rot: Felix Strauß (Regensburg/63., Schiedsrichterbeleidigung)
Schiedsrichter: Daniel Bartnitzki.
Zuschauende: 3541

