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Playoff-Duell geht an die Gäste

s.Oliver Würzburg muss sich ratiopharm ulm mit 74:91 geschlagen geben - Bauermann: "Es sind noch viele Spiele zu spielen"

s.Oliver Würzburg hat im Kampf um die Playoff-Plätze am 26. Spieltag der easyCredit BBL einen Rückschlag hinnehmen müssen: Im Duell gegen den Tabellennachbarn ratiopharm ulm mussten sich die Unterfranken in der mit 3.140 Zuschauern restlos ausverkauften s.Oliver Arena am Samstag mit 74:91 (33:43) geschlagen geben. „Dadurch ist es natürlich nicht leichter geworden. Aber es sind noch viele Spiele zu spielen und es ist weiterhin sehr eng. Deshalb bleiben wir positiv und optimistisch und schauen, was am nächsten Wochenende in Berlin möglich ist“, sagte Headcoach Dirk Bauermann nach der Partie.

 

Bauermann musste gegen die Ulmer auf den am Handgelenk verletzten Kapitän Kresimir Loncar verzichten und schickte beim Sprungball wie eine Woche zuvor in Bamberg Clifford Hammonds, Maurice Stuckey, Robin Benzing, Owen Klassen und Leon Kratzer in das Vier-Punkte-Spiel. Die Würzburger Startformation legte gut los: Stuckey und Hammonds zogen dreimal erfolgreich zum Korb und sorgten für die frühe 6:0-Führung in der 3. Minute. Auch zwei Minuten später war der Vorsprung nach dem ersten erfolgreichen Stuckey-Dreier und zwei Freiwürfen von Robin Benzing noch intakt: 11:6 lagen die Gastgeber zu diesem Zeitpunkt vorne.

 

Es war Ulms Neuzugang Katin Reinhardt, der mit zwei Treffern von jenseits der 6,75-Meter Linie die Wende einleitete: Der zweite Dreier bedeutete in der 6. Minute den Führungswechsel zum 13:14. Während bei den Gastgebern von diesem Zeitpunkt an der offensive Rhythmus zusehends verloren ging und die Würfe nicht mehr fallen wollten, legten die Schwaben nach und setzen sich weiter ab.

 

Nach dem ersten Viertel lagen die Gäste mit fünf Zählern vorne (18:23), durch einen 8:3-Start in den zweiten Abschnitt holten sie sich zum ersten mal eine zweistellige Führung (21:32, 14. Minute). Dann hielten die Würzburger wieder besser dagegen, konnten den Rückstand vor dem Seitenwechsel aber nicht mehr reduzieren. Beim Stand von 33:43 aus Sicht der Gastgeber ging es in die Kabine.

 

Knöchelverletzung bei DBB-Kapitän Robin Benzing

Gleich nach Beginn des dritten Viertels wurde es schlagartig ruhig in der Halle: Robin Benzing landete unglücklich, knickte dabei mit dem linken Fuß um und blieb auf dem Parkett liegen. Der Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft musste behandelt werden und konnte nicht mehr weiterspielen. Ein MRT wird Anfang kommender Woche genaueren Aufschluss über das Ausmaß der Verletzung geben. „Natürlich hat uns die Verletzung von Robin weh getan, genauso wie die Tatsache, dass Kresimir Loncar als Seele dieser Mannschaft nicht spielen konnte. Das soll aber die Leistung von Ulm nicht schmälern. Basketball ist manchmal sehr einfach: Ulm hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht, und wir hatten einen schlechten Tag“, sagte Dirk Bauermann.

 

Benzings Teamkollegen war der Schock über den Ausfall des Top-Scorers danach anzumerken. Ulm reagierte clever und legte einen 11:3-Lauf hin, der beim Spielstand von 36:54 in der 25. Minute eine Vorentscheidung bedeutete. Vor allem von außen lief es bei den Gästen in der zweiten Halbzeit richtig rund: Sieben von neun Ulmer Drei-Punkte-Würfen waren im dritten Viertel erfolgreich. „Sie haben sehr gut geworfen und auch schwierigste Würfe getroffen“, so Bauermann.

 

Auf Würzburger Seite hielten Maurice Stuckey, Miles Jackson-Cartwright und Vytenis Lipkevicius ebenfalls mit Treffern aus der Distanz dagegen. Das genügte aber nicht, um einen 18-Punkte-Rückstand nach dreißig gespielten Minuten zu verhindern (53:71). Im letzten Viertel änderte sich daran nicht mehr viel: Zwar steckten die Hausherren nie auf, näher als auf fünfzehn Punkte kamen sie in einem unter dem Strich ausgeglichenen vierten Viertel aber nicht mehr heran.

 

s.Oliver Würzburg – ratiopharm ulm 74:91 (18:23, 15:20; 20:25, 21:20)

Für Würzburg spielten: Cliff Hammonds 15 Punkte/2 Dreier (7 Rebounds), Muarice Stuckey 13/3, Miles Jackson-Cartwright 12/2, Robin Benzing 10/1, Owen Klassen 9 (9 Rebounds), Vytenis Lipkevicius 9/1, Leon Kratzer 5 (9 Rebounds), Abdul Gaddy 1, E.J. Singler, Felix Hoffmann.

Top-Performer Ulm: Reinhardt 15/2, Benimon 13 (3 Blocks), Babic 12/4 (8 Rebounds/5 Assists), Harangody 10/2, Akpinar 10/2.

Key Stats:

Trefferquote aus dem Feld: Würzburg 36 Prozent – Ulm 55 Prozent

Dreierquote: Würzburg 29 Prozent – Ulm 48 Prozent

Korbvorlagen: Würzburg 12 – Ulm 23

Stimmen zum Spiel:

Dirk Bauermann, Headcoach s.Oliver Würzburg „Basketball ist manchmal sehr einfach: Ulm hat heute sehr gut gespielt, und wir hatten einen schlechten Tag. Natürlich hat uns die Verletzung von Robin Benzing weh getan und die Tatsache, dass Kresimir Loncar als Seele dieser Mannschaft nicht spielen konnte. Das soll aber die Leistung von Ulm nicht schmälern: Sie haben heute nach schwierigen Wochen ein überragendes Spiel geboten, offensiv wie defensiv. Ulm hat Schwächen auf unserer Seite immer wieder sehr gut ausgenutzt. Nach der Pause haben sie hervorragend geworfen und auch die schwierigsten Würfe getroffen. Wir haben sehr gut angefangen, haben dann aber unklug weitergespielt, unseren Rhythmus verloren und es zu oft mit der Brechstange versucht. Ich fand es toll, wie das Publikum voll hinter der Mannschaft stand und uns bis zur letzten Sekunde unterstützt hat. Durch die Niederlage ist es im Kampf um die Playoff-Plätze natürlich nicht leichter geworden. Aber es sind noch viele Spiele zu spielen und es ist weiterhin sehr eng. Deshalb bleiben wir positiv und optimistisch und schauen, was am nächsten Wochenende in Berlin möglich ist.“

Thorsten Leibenath, ratiopharm ulm „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wir konnten alles umsetzen, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen hatten, und das in einer schwierigen Situation in der wir vorher nicht wussten, mit wem wir auflaufen können. Wir waren gegen eine unglaublich physisch agierende Mannschaft von der ersten Sekunde an physisch und mental unglaublich präsent. Wir sind auch über die kompletten vierzig Minuten mental stabil geblieben. In der ersten Halbzeit haben wir den Ball gut Ball nach innen gebracht. Das hat Würzburg uns in der zweiten Halbzeit weggenommen – dann haben wir aber gut nach außen gepasst und die Dreier hochprozentig getroffen. Auch defensiv war das eine der besten Leistungen in dieser Saison, Würzburg hat keine einfachen Würfe bekommen. Dass Robin Benzing sich Anfang des dritten Viertels verletzt hat, hat uns natürlich in die Karten gespielt.“

Foto: Gerd Ulherr